Das Weinjahr 2016 - Kleinere Menge aber gute Qualität

Calmont an der Mosel - steilster Weinberg der Welt

Pünktlich zur Eröffnung der Weihnachtsmärkte, ist es Zeit eine erste Bilanz zum Weinjahr 2016 zu ziehen. Insbesondere nach dem verregneten und kühlen Frühling und Sommeranfang hatte ich Angst, dass die 2016er Weine eine Enttäuschung werden. Vor allem der „falsche Mehltau“ hat vielen Winzern zu schaffen gemacht, bis hin zum Komplettausfall. Dank des stabilen Augustes und Septembers – und der harten Arbeit der Winzer – konnte in den meisten Weinregionen doch eine gute Ernte erzielt werden.

Sptäburgunder Trauben in Baden - Weinernte 2016

Zwar berichten die meisten Winzer von relativ geringen Erträgen. Wahrscheinlich liegt die Weinproduktion am Ende 5% unter dem Jahresmittel. Allerdings gibt es große regionale Unterschiede. Während an der Nahe 24% und an der Mosel 15% weniger als im Durchschnitt geerntet wurden, sind es in Franken 10% mehr. Die konkreten Zahlen zur Weinernte 2016 in Deutschland finden sie hier.

Spitzen-Winzer Alexander Laible bei der Ernte

Die geringere Ernte kommt in den meisten Fällen aber der Qualität zu Gute: in der Regel ist die Qualität der Weine höher, wenn nur wenige und kleinere Trauben wachsen. Wegen der großen Herausforderungen im Weinberg wird sich 2016 aber auch wieder die Spreu vom Weizen der Winzer trennen. Jene Winzer die das gesamte Jahr hart im Weinberg gearbeitet haben, unnötige Blätter und faule Trauben entfernt und den richtigen Zeitpunkt für die Ernte abgepasst haben, werden auch dieses Jahr ganz besondere Weine gezaubert haben. Daher freue ich mich schon auf die 2016er Weine. Ich gebe Euch aber denselben Tipp wie allen Teilnehmer meiner Weinseminare: kauft und trinkt die guten deutschen Weine nicht zu früh – sowohl Weiß- als auch Rotweine brauchen Zeit zum Reifen.

Weinberge in Châteauneuf du Pape

Interessant ist auch der Blick auf die weltweite Produktion. 2016 wurden insgesamt 259 Millionen Hektoliter Wein produziert – das sind 5% weniger als 2015. In Italien und Spanien ist die Weinproduktion leicht gestiegen. In Frankreich wurde aber deutlich weniger Wein produziert. Weitere interessante Zahlen zur Entwicklung des weltweiten Weinbaus finden Sie auf der Webseite der Internationalen Organisation für Rebe und Wein.

Eine überraschende Nachricht kommt aber aus Asien: China ist mittlerweile der größte Produzent von Weintrauben und das Land mit der zweitgrößten Weinbaufläche. Zwar gibt es bisher wenige hochwertige und bekannte Weine aus China, das wird sich aber sicherlich bald ändern. Auf dieses Thema werde ich in einem zukünftigen Blog noch detaillierter eingehen – nicht zuletzt, weil ich auf der Suche nach guten, bezahlbaren chinesischen Weinen für mein Sortiment exotischer Weine bin.

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