Wie finde ich den perfekten Sommerwein und den passenden Wein zum Grillen?

Sommer, Sonne und Grillpartys – am besten lässt sich das Sommerwetter gemeinsam mit Freunden und einem guten Glas Wein genießen. Bei der Vielzahl der im Handel erhältlichen Sommerweine fällt die Auswahl der passenden Flasche für Terrasse, Balkon oder Park nicht einfach. Noch schwieriger ist es, einen guten Wein zum Grillen zu finden, der zu verschiedenen Fleischsorten, Soßen und Beilagen passt. In diesem Blogbeitrag möchten wir Euch einen Überblick über die besten Weine für einen spritzigen, leichten und angenehmen Genuss geben.

Was ist ein Sommerwein?

Der Begriff ‚Sommerwein‘ auf dem Flaschenetikett ist gesetzlich gar nicht erlaubt, weil man meint, dass man den Käufern damit etwas Falsches vorgaukelt. Oft sind die Etiketten von ‚Sommerweinen‘ mit sommerlichen Motiven versehen, sodass sie dem Weingenießer direkt als passende Weine für die warme Jahreszeit auffallen. Es gibt keine Definition von Sommerweinen. In der Regel sind damit fruchtige, spritzige und leichte Weine gemeint. Aber was macht einen Wein zum perfekten Sommerwein, der erfrischend, belebend und möglichst auch aromatisch ist?

 

Sommerweine sind in der Regel Weißweine und Rosés. Insbesondere Weißweine haben oft eine höhere und deutlich wahrnehmbarere Säure, als Rotweine. Weine mit viel Säure wirken im Mund spritzig, erfrischend und angenehm, was insbesondere an heißen Tagen sehr angenehm ist. Darüber hinaus wird Weißwein kalt serviert, was im Sommer besonders passend ist. Dies macht man, damit die feinen, fruchtigen Weißweinaromen besser wahrgenommen werden. Rotweine werden wärmer serviert, weil bei ihnen andere Aromen im Vordergrund stehen, die sich eher bei warmen Temperaturen entfalten und weil die Tannine in Rotweinen milder wirken, wenn der Wein etwas wärmer ist. Einige Rotweine, insbesondere Spätburgunder, kann man im Sommer aber durchaus auch leicht gekühlt servieren. Der ideale Sommerwein hat darüber hinaus einen geringen Alkoholgehalt (10% – 11%), damit er bei heißen Temperaturen nicht so schnell zu Kopf steigt.

Wie wird ein Sommerwein produziert?

Wie geht der Winzer vor um solche Sommerweine zu produzieren? Zunächst erntet er die weißen Trauben etwas früher als er es für einen kräftigen Weißwein machen würde. Die Trauben enthalten bei einer früheren Lese mehr Säure und weniger Zucker, der dann zu geringeren Alkoholwerten führt. Die frischen grünen Aromen der Traube (Stachelbeere, grüner Apfel, Zitrone, Limette, …) werden durch eine besonders kühle Vergärung bei ca. 15 Grad herausgehoben und verleihen dem Wein Frische und Spritzigkeit. Die jungen Weine werden dann ohne lange Lagerung abgefüllt – da sie keine Alterungsnoten erhalten sollen – und stehen dann rechtzeitig für den Sommeranfang im Regal.

Welche sind die beliebtesten Sommerweine?

Ein besonders beliebter Sommerwein ist der Sauvignon Blanc. Weine von dieser Rebsorte aus Frankreich, Neuseeland, aber auch aus der Pfalz und anderen deutschen Weinregionen sind herrlich aromatisch, fruchtig, haben eine erfrischende Säure und können sehr kalt getrunken werden. Dem Sauvignon Blanc aromatisch oft ähnlich ist die Scheurebe. Auch sie ist ein perfekter Sommerwein, den es von trocken über feinherb und halbtrocken bis lieblich gibt. Fruchtige Vertreter findet man auch unter den Müller-Thurgau Weinen, allerdings sind sie in der Regel nicht sehr komplex und haben einen recht kurzen Abgang – was beim Sommerwein aber nicht unbedingt schaden muss.

Nicht zu vergessen ist natürlich der Riesling, Deutschlands Parade-Rebsorte. Er ist ein Inbegriff für einen spritzigen, fruchtigen und aromatischen Wein mit einer ordentlichen Säure. Insbesondere junge Rieslinge sind für den erfrischenden Terrassenwein geeignet. Für ein Picknick oder zum Grillen kann man ohne Probleme auch einen Riesling mit etwas Restsüße servieren. Egal ob aus dem Rheingau, von der Mosel, der Pfalz, Rheinhessen oder der Nahe – Rieslinge passen perfekt zu warmen Sommertagen, -abenden und -nächten.

 

Chardonnay und Grauburgunder haben in der Regel weniger Säure als Riesling und Sauvignon Blanc, weswegen sie weniger erfrischender sind. Wenn man diese Weine richtig schön kühlt, können sie aber auch bei hohen Temperaturen gute Sommerweine sein.

 

Ideale Sommerweine sind auch die berühmten Vinho Verde aus Portugal. Diese jungen Weine sind sehr erfrischend, die Säure ist präsent aber weich, sie sind sehr fruchtig und können bei guter Qualität sehr komplex sein. Ähnlich gute Sommerweine sind spanische Weine aus der Rebsorte Albarinho.

Ein Rosé kann der perfekte Sommerwein sein

Immer populärer in den Weinregalen im Sommer ist der Rosé geworden. Die Farbe des Weins ist Namensgeber für den Weintyp und die Weine zeichnen sich meist durch ihre Fruchtigkeit mit Aromen von Erdbeeren, Himbeeren und Kirschen aus, also typischen Sommerfrüchten. Darüber hinaus haben Rosés meist eine höhere Säure als Rotweine und nur sehr zurückhaltende Tannine.

 

Der Rosé ist weder Weißwein, noch Rotwein. Er stellt eine eigene Weingruppe dar. Zwar wird Rosé aus roten Trauben hergestellt. Rot sind allerdings nur die Traubenhäute, nicht das Fleisch, aus dem der Traubensaft ausgepresst wird. Bei der Herstellung eines Rosés werden die roten Trauben von den Stielgerüsten entfernt und angequetscht. Je nach Farbintensität, welche der Winzer erhalten möchte, wird der Traubensaft mit den Trauben eine Zeitlang stehen gelassen. In dieser Zeit lösen sich einige der roten Farbstoffe aus der Beerenhaut und gehen in den Traubensaft über. Dadurch bekommt der vorher weiße Traubensaft eine rosa Färbung. Allerdings darf der Roséwein maximal 72 Stunden mit der roten Beerenhaut in Kontakt bleiben, während der Rotwein in der Regel einige Wochen mit der farbstoffhaltigen Haut in Kontakt ist und daher deutlich dunkler gefärbt ist.

 

Ein Roséwein kann aus jeder beliebigen roten Rebsorte hergestellt werden. Je nach Farbintensität der Beerenschalen – die sich zwischen den einzelnen Rebsorten stark unterscheidet –können fast weiße Weine mit einem leichtem Rosastich bis zu intensiv orange oder erdbeerfarbige Weine gemacht werden. Helle, lachsfarbene Rosés findet man vor allem in Deutschland, Österreich und der Region Côtes de Provence. Dunklere Vertreter mit intensiv rosa, orange oder hellroter Farbe lassen sich in Spanien oder Übersee finden.

 

Insbesondere die Rosé aus der Provence in Frankreich liegen stark im Trend und haben in den letzten Jahren einen regelrechten Boom erfahren. Fast ein Drittel des Weinkonsums in Frankreich entfällt mittlerweile auf Rosés. Winzer in der Region Provence produzieren aus den regional typischen Rebsorten Syrah, Grenache, Cinsault, Tibouren, Mourvèdre und Carignan den größten Anteil Rosé in Frankreich.

 

Da es verschiedene Bezeichnungen für Roséweine gibt, wollen wir Euch mit diesem kleinen Glossar einen besseren Überblick geben:

 

Rosé: Wein aus roten Trauben, der durch kurzen Kontakt mit den Beerenschalen seine rosa Farbe erhält.

Weißherbst: ein aus nur einer roten Rebsorte, der durch kurzen Kontakt mit den Beerenschalen seine rosa Farbe erhält.

Blanc de Noir: Weißwein, der aus roten Trauben hergestellt wird. Ohne jeglichen Kontakt mit den Beerenschalen wird aus roten Trauben ein Wein hergestellt der fast weiß ist, oft aber eine leichte Rosafärbung hat.

Rotling: Wein aus roten und weißen Trauben, die miteinander gemischt werden.

Schiller: Rotling, der nur in Württemberg den Namen Schillerwein tragen darf.

Badisch Gold: Rotling, der ausschließlich aus Grauburgunder und Spätburgunder besteht.

Schieler: Rotling, der nur in Sachsen zugelassen ist.

Welcher Wein passt zum Grillen?

Den passenden Wein zum Grillen zu finden ist nicht leicht. Auf Grund der vielen verschiedenen Fleisch- und Gemüsesorten, Beilagen und Soßen erfordern einen Allround-Wein. Ein Klassiker insbesondere für gegrilltes Steak sind Cabernet Sauvignon Weine, gerne auch in einer Cuvée mit Merlot. Diese Weine haben oft ähnliche Raucharomen wie das gegrillte Fleisch. Außerdem passen die Tannine dieses Weines sehr gut zu den feinen Röstaromen des Steaks. Allerdings würde ich eher Weine aus der alten Welt empfehlen: Frankreich, Spanien und Italien. Weine aus der Neuen Welt (USA, Argentinien, Australien) haben meist zu viel Alkohol, der einem beim Grillen im Sommer schnell müde und erschöpft werden lässt. Ähnlich gut passen auch Syrah Weine, zum Beispiel aus dem Süden Frankreichs, deren Tannine wie gemacht sind für gegrilltes Fleisch, insbesondere für Lammfleisch. Bei etwas feineren Rindfleischfilets kann auch ein Spätburgunder sehr gut passen.

 

Allerdings ist es beim Grillen ist es fast wichtiger, den passenden Wein zur Sauce zu finden, als zum Fleisch, Fisch oder Gemüse. Wenn das Fleisch mariniert ist und insbesondere wenn man viel fruchtige Sauce zum Fleisch ist, sollte man sich eher für einen Weißwein entscheiden. Weißburgunder, Grauburgunder und Chardonnay – gerne auch in Holzfässern gereift – sind eine gute Wahl. Dieselben Weine passen auch sehr gut zu Würstchen. Zu Tomatensaucen passen helle Rotweine besser, zu Saucen auf Majonäsebasis eher ein kräftiger Weißwein. Zu Fisch ist natürlich ein Weißwein der klassische Begleiter, zum Beispiel ein Riesling oder Silvaner. Gegrilltes Gemüse, Ofenkartoffeln und Grillkäse haben als Partner gerne einen mittelschweren Rotwein mit ordentlichen Tanninen, zum Beispiel ein guter Chianti.

 

Dieser kleine Exkurs zum passenden Wein zum Grillen ist ein erster kurzer Ausflug in die Welt der Wein und Speisen Kombinationen. In Kürze werden wir zu diesem Thema mehrere weitere Blogartikel und E-Books veröffentlichen.