Winzerkalender Juni

Der Juni geht seinem Ende entgegen und wir bewegen uns auf die Halbzeit des Jahres zu. Während die Tage wieder kürzer und die Nächte länger werden, passiert im Weinberg vieles, was für die Qualität und Menge der Weinernte entscheidend ist. Zwischen Anfang und Mitte Juni hat die Rebblüte in den deutschen Weinregionen begonnen, je nach Sorte und Standort und natürlich den Wetterverhältnissen. Die Wetterverhältnisse zum Zeitpunkt der Blüte sind entscheidend dafür, wie viele Trauben im Herbst geerntet werden können und wie hochwertig diese sind. Insbesondere starker Regen und Hagel während der Blüte sind desaströs für die Reben. Eine weitere Tätigkeit, die für die Winzer im Juni anfällt, ist das Anheften der jetzt sehr schnell wachsenden Triebe und das Säubern des Unterbodens von unerwünschten Pflanzen.

Für die Bestäubung der Rebe ist der Winzer nicht auf die Hilfe der Bienen angewiesen. Da die Rebe zwittrig ist, das heißt die männlichen (Staubgefäße) und weiblichen (Fruchtknoten) Fortpflanzungsorgane in einer Blüte vereint sind, bestäubt sich die Rebe eigenständig. Das Blühverhalten der Rebe kann jedoch stark von dem Wetter beeinflusst werden. Je kälter und nasser das Wetter während der Blüte, desto geringer ist die Bestäubung und desto weniger Trauben werden später gebildet. Auch starke Winde oder zu hohe Temperaturen können das Blühverhalten beeinflussen.

 

Bei einem Gang durch die Weinberge sieht man, wie stark die Triebe in den letzten Wochen gewachsen sind. Durch den Frost im April war die Rebe fast in einer Schockstarre und hat erst länger gebraucht um die Entwicklung weiter zu führen. Durch die Waren Temperaturen im Mai und Juni sind die Triebe nun mit einem rasanten Tempo gewachsen, sodass die Triebe schon bis zu 1,5 Meter hoch sind. Somit war es Anfang Juni höchste Zeit für den Winzer mit dem wichtigen Arbeitsschritt im Weinberg anzufangen, dem Einschlaufen bzw. Heften.

Das Einschlaufen / Heften der Rebe

Der Arbeitsschritt des Einschlaufens beziehungsweise das Heften der Reben gehört zum Laubwandmanagement, welches zum Ziel hat, die Laubwandstruktur zu gestalten und zu optimieren. Mit den Arbeiten an der Laubwandstruktur verfolgt der Winzer das Ziel, die Fotosyntheseleistung zu erhöhen, um die Traubenqualität und –quantität zu steigern. Darüberhinaus wird die Belichtung optimiert, wodurch die Beeren reifer und aromatischer werden und die Gefahr von Pilzkrankheiten reduziert.

Das Einschlaufen beginnt je nach Wachstum der Triebe und Verlauf der Wettergegebenheiten Ende Mai oder Anfang Juni. Wenn die Triebe eine Länge von etwas 50 cm erreicht haben, ist es an der Zeit die Triebe in den Drahtrahmen zu heften . Obwohl die Rebe eine rankende Pflanze ist, reicht ihre Rankkraft nicht aus, um eigenständig am Drahtrahmen hochzuranken. Somit hilft der Winzer nach, in dem er die Triebe in den Drahtrahmen einschlauft, da sich die Triebe sonst zur Seite neigen würden und die Gefahr besteht, dass sie abbrechen. Je nach Erziehungsform (der Art und Weise wie das Wachstum der Triebe gesteuert und unterstützt wird) nimmt das Heften mehr oder weniger Arbeitszeit in Anspruch. In meinem Blog im März habe ich euch einige der verschiedenen Erziehungsformen vorgestellt, unteranderen auch die Spaliererziehung. Bei dieser am weitesten verbreiteten Erziehungsform werden die jungen Sommertriebe hinter das erste Drahtpaar (Heftdraht) eingeschlauft (siehe Abbildung), um eine schmale und aufrechte Laubwand zu erhalten. Daher heißt dieser Vorgang Einschlaufen oder Heften. Diesen Arbeitsschritt muss der Winzer 2-3 mal im Laufe des Rebwachstums durchführen, abhängig von der Rebsorte, der Wuchskraft der Rebe und den Wetterverhältnissen.

a) Heftdrähte als Hilfsmittel für die Laubwandstruktur

Die Heftdrähte können von unterschiedlicher Beschaffenheit sein. Hier unterscheidet der Winzer zwischen festen und beweglichen Drähten. Oft wird das untere Drahtpaar als beweglicher Draht angebracht. Diese werden im Winter nach dem Rebschnitt aus der Befestigung am Pfahl genommen. Nun muss der Winzer beim ersten Durchgang des Heftens nur das Drahtpaar wieder an den Pfahl befestigen. Die Triebe werden somit zwischen das Drahtpaar geklemmt und in eine aufrechte Stellung gebracht. Manche Winzer verwenden auch Heftdrahthalter. Diese werden ebenfalls im Winter oder Frühjahr geöffnet und die wachsenden Treibe können nun von alleine zwischen das Drahtpaar wachsen. Ende Mai oder Anfang Juni schließt der Winzer die Heftdrahthalter und die Triebe sind zwischen den Drahtpaaren geklemmt. Da nicht alle Triebe gleichmäßig schnell und gerade nach oben wachsen, muss der Winzer während des Arbeitsschrittes Triebe einschlaufen, die nicht automatisch zwischen das Drahtpaar geheftet wurden.

 

b) Maschinelles Heften

In größeren Weingütern wird das Heften der Sommertriebe nicht händisch durchgeführt, sondern mit Hilfe automatischer Heftmaschinen. Verbreitet sind Heftmaschinen, die mit Kunststoffschnüren die Triebe aufrecht halten. Der Hefter wird an den Traktor angebaut und mit Hilfe zweier rotierender Förderschnecken oder Aufnahmebändern werden die Triebe nach oben gezogen und aufrecht gestellt. Im gleichen Arbeitsschritt wird rechts und links der Triebe die Kunststoffschnur entlanggezogen und zusammengeklammert, sodass die Triebe wie bei dem oben beschreibenden Drahtpaar zusammengeheftet werden. Bei diesem Verfahren kann bei dem Arbeitsschritt des Heftens Zeit eingespart werden, jedoch müssen die Kunststoffschnüre in einem gesonderten Arbeitsgang vor dem Rebschnitt wieder entfernt werden.

 

Unterstockbearbeitung

Im meinem Blogartikel zu den Weinbergsarbeiten im April habe ich über die Begrünung des Weinberges geschrieben. Die Begrünung in der Rebzeile ist nun seit Aussaat stark gewachsen und kann sogar eine Höhe bis einen Meter zeigen. Damit die Begrünung nicht in die Traubenzone reicht, ist es wichtig den Bewuchs zwischen den Reben einzudämmen. Durch zu hohen Bewuchs unterhalb der Rebstöcke kann es zu Pilzbefalles und einer schlechten Abtrocknen nach Regen kommen, daher legen viele Winzer großen Wert auf die Unterstockbearbeitung.

 

Hierzu gibt es mehrere Möglichkeiten:

  1. Mechanische Unterstockpflege
  2. Chemische Unterstockpflege
  3. Unterstockpflege mittels abdecken

Maschinelle Arbeitswerkzeuge sind meist quer zur Fahrtrichtung an den Traktor angebaut und können die Rebstämme und Pfähle umfahren. Die Ausweichbewegung vor dem Pfahl und den Rebstämmen wird meist durch einen Taster ausgelöst. Der Bewuchs unterhalb der Rebe wird nun mittels eines Schars oder einem Pflug bearbeitet, sodass der Bereich unter der Rebe (Unterstock) frei von Unkraut und Begrünung ist.

 

Bei der Unterstockpflege mittels chemischen Behandlungsmitteln finden Herbizide ihre Anwendung. Vorteilhaft an der Verwendung von Herbiziden ist, dass sie einen langanhaltenden Behandlungserfolg zeigen und nicht wie bei der maschinellen Arbeitsweise 3-5 Mal durchgeführt werden müssen, sondern nur 1-2 Mal. Die Spritzmittel können sowohl mit einer Rückenspritze direkt vom Winzer, wie auch mit Spritzgeräten am Traktor ausgebracht werden.

 

Der Bewuchs unter den Rebstöcken kann jedoch auch mit Hilfe von einer Abdeckung mit organischen Materialien eingedämmt werden. Hierfür wird meinst eine Schicht Stroh oder Rindenmulch unter den Reben ausgebracht. Durch die Abdeckung können sich Unkräuter nicht weiter entwickeln und sterben ab. Diese Methode ist zwar sehr umweltfreundlich, jedoch kosten- und arbeitsintensiv.


Biodynamischer Wein - Spitzenweine im Einklang mit der Natur

Biodynamische Weine werden immer beliebter in Deutschland. Zu Recht: einerseits ist es die nachhaltigste Form der Weinwirtschaft, die im Einklang mit der Natur steht. Andererseits sind biodynamische Weine in den letzten Jahren immer hochwertiger geworden und sammeln bei Blindverkostungen Spitzenpreise ein. Sie sind einfach extrem lecker und ausdrucksstark. In disem Artikel gibt Hanna Neuser einen Überblick über die Welt des biodynamischen Weinbaus und berichtet von der bio-dyn Messe 501.

"Die Rebe besitzt eine einzigartige Fähigkeit: All ihre Kräfte, die bei anderen Pflanzen in die Samen strömen und die neue Generation konfigurieren, schießen bei der Rebe in das Fruchtfleisch hinein und werden dem Menschen verfügbar." (Rudolf Steiner)

 

So umschreibt der Anthroposoph Rudolf Steiner, Pionier der bio-dynamischen Landwirtschaft, die Weinreben. Der Österreicher studierte Mathematik, Naturwissenschaften, Philosophie, Liturgie und Geschichte in Wien. In den 1920er Jahres stellte Rudolf Steiner Regel für einen bio-dynamischen Landbau auf und entwickelte das Anbaukonzept zunächst in der Landwirtschaft und Gemüsebau, die Winzer kamen erst später hinzu. Steiners Kernaussage lautet, dass Krankheiten einer Pflanze ein Anzeichen für ein natürlich gestörtes Gelichgewicht darstellt und auf den Einsatz von chemischen Hilfsstoffen bei Pflanzenschutz und Dünung zurück zu führen sind.

Die Bio-Dynamie ist eine von drei Wirtschaftsformen im Weinbau: Zum einen gibt es den integrierten Weinbau, zum anderen den biologischen Weinbau und zu guter Letzt den biodynamischen Weinbau.

 

Die letztgenannte Bewirtschaftungsweise möchte ich heute meinen Blog widmen. Ausschlaggebend war ein Besuch der 501 Messe in München Anfang Mai. Organisiert durch vinaturel.de, Deutschlands größter Online-Händler, rief für hochwertige Bio- und Biodynamische Weine eine neue Messe in München ins Leben. Die großen biodynamischen Vereinigungen ‚Biodyvin‘, ‚La Renaissance des Appellations‘, ‚Respekt‘, ‚Demeter‘ und ‚Schmecke das Leben‘ unterstützen die Veranstaltung.

Was ist biodynamischer Weinbau?

Die Sonderform des biologisch-organischen Weinbaus geht auf den österreichischen Anthroposophen Rudolf Steiner zurück. Grundgedanke der bio-dynamischen Wirtschaftsweise ist es mit Hilfe des Kreislaufgedanken, den landwirtschaftlichen Betrieb als Organismus zu sehen, also als ein Ganzes. Ziel des Kreislaufes ist es, möglichst wenig fremde Einflüsse von außen in den Betrieb gelangen zu lassen. Vergleichbar ist hier die Homöopathie, welche dem Körper keine direkte Hilfe, sondern Hilfe zur Selbsthilfe geben will.

 

Der Boden spielt in der bio-dynamischen Landwirtschaft eine zentrale Rolle und könnte mit der Haut des Menschen verglichen werden. Da die Rebe ihre Nährstoffe die sie für die Traube benötigt aus dem Boden entzieht, müssen diesem die entzogenen Nährstoffe wieder zugeführt werden. Im biologischen und bio-dynamischen Weinbau werden keinerlei unnatürliche Düngemittel verwendet: der Winzer vitalisiert und düngt mit natürlichen Substanzen. Der Kompost spielt eine wichtige Rolle in der Versorgung des Bodens mit Nährstoffen. Nur so kann sich ein Gleichgewicht im Kreislauf der Rebe einstellen. Denn mit Selbsthilfe nach Rudolf Steiner ist nicht gemeint, das der Winzer keine Aufgaben und keinerlei Arbeiten auszuführen hat und der Natur seinen Lauf lässt. Ganz im Gegenteil ist der biodynamische Weinbau wesentlich aufwendiger als der integrierter, weswegen die Weine in der Regel auch etwas teurer sind. Um die Vitalität des Bodens aufrecht zu erhalten, spielen beispielsweise die Hörner von Rindern, die in Verbindung mit anderen Stoffen wie Kuhdung oder Quarzstaub in homöopathischen Dosen als Präparate verwendet werden, eine zentrale Rolle.

 

Rinderhorn, Kuhdung und Präparate sind wichtige Begriffe für bio-dynamische Winzer, doch was haben diese Wörter mit dem Weinbau zu tun?

Die biodynamischen Präparate

Das lateinische Wort Präparat kann mit Vorbereiten oder Zubereiten übersetzt werden.

 

Es gibt verschiede Präparate, die der biodynamische Winzer über das Jahr hinweg im Weinberg anwendet. Sie vitalisieren den Boden und die Pflanzen und dienen als eine Art Heilmittel für die Erde, Förderer des Wachstums der Rebe und auch für die Qualität der Traube.

 

Hergestellt werden sie aus pflanzlichen, mineralischen und tierischen Substanzen, die kombiniert werden und nach der Dynamisierung wieder in veränderter Form der Natur zurückzugeben.

 

Unterschieden wird zwischen zwei Arten von Präparaten: Zum einen die Spritzpräparate, welche in Wasser gelöst werden und dann auf die Weinreben gespritzt werden. Hier verwendet man homöopathische Dosen, die in einer Art Ritual dynamisiert werden. Zum anderen gibt es Kompostpräparate, bei denen organische Materialien (Mist, Pflanzenreste oder Gülle) unter Zugabe von Heilpflanzen wie Schafgarbe, Kamille, Brennnessel, Eichenrinde, Löwenzahn und Baldrian zu Dünger hergestellt werden.

Die Spritzpräparate

(in Klammern die üblichen Bezeichnungen unter Winzern)

 

a) Hornmist (P 500)

Folgende Wirkung wird dem Hornmist zugeschrieben:

  • er regt die Bodenaktivität an,
  • fördert das Wurzelwachstum,
  • aktiviert das Eigenleben des Bodens,
  • unterstützt die Bodenlockerung,
  • unterstützt die Wasser- und Nährstoffaufnahme und
  • fördert die Stickstoff-Bindung der Knöllchenbakterien.

Hornmist wird vorzugsweise im Frühjahr ausgebracht, um das Bodenleben zügig zu aktivieren.

 

b) Hornkiesel (P 501)

Das Hornkiesel zeigt folgende Wirkungen auf die Pflanze:

  • er fördert und ordnet den Stoffwechsel der Pflanzen,
  • fördert die Widerstandskraft gegenüber Schädlingen,
  • kräftigt das Wachstum und die Spannkraft der Pflanze,
  • sorgt für eine gleichmäßige Reifequalität,
  • intensiviert die Aromen und verbessert die Lagerungsfähigkeit des Weines.

Hornkiesel wird auf die Triebe im fortgeschrittenen Frühjahr (etwa Fünf-Blatt-Stadium) angewendet. Auf jeden Fall sollte der Hornkiesel nach dem Hornmist ausgebracht werden.

 

Im Juni, Juli, August und September, jeweils um Neumond, sorgt eine Anwendung am Nachmittag für eine gleichmäßige Reife der Trauben und des Holzes, sowie für eine Stärkung des Blattwerks.

Kompostpräparate

Die Schafgarbe (P 502) reguliert den Kalium-Stoffwechsel in der Pflanze, ordnet Stickstoff- Kohlenstoff-, Schwefel- und Kaliumprozesse und fördert die Anpassungsfähigkeit an den Standort.

 

Kamille (P 503) fördert die Calcium-Prozesse, sowie die Stickstoff-Beständigkeit.

 

Brennnesseln (P 504) regulieren den Eisenhaushalt und Stickstoffprozesse im Boden.

 

Eichenrinde (P 505) fördert ebenfalls die Calcium-Prozesse, hemmt pilzliche Erreger, wirkt als Insektizid durch ihre Gerbsäure und bringt die formgebenden Kräfte genau dahin, wo sich Pflanzenkrankheiten entwickeln würden.

 

Löwenzahn (P 506) fördert die Kalium- und Kieselsäure-Prozesse, sensibilisiert die Pflanzen für die Umgebung und stärkt ihre Fähigkeit, Nährstoff anzuziehen.

 

Baldrian (P 507) fördert die Phosphor-Prozesse und reguliert Wärmeprozesse im Boden, Dünger und Pflanze. Baldrian wird vor allem bei Frühjahrsfrösten mit guten Erfolg eingesetzt.

 

 

Wichtig in der bio-dynamischen Weinbauphilosophie ist die Berücksichtigung der Mondphasen bei der Ausbringung der Präparate und anderen Arbeiten im Weinberg. So wie der Mensch und die Pflanzen einen eigenen Rhythmus besitzen, hat auch die Erde ihren eigenen Rhythmen. Die Drehung der Erde um die eigene Achse innerhalb von 24 Stunden steuert pulsierende Bewegungen. Die Veränderungen innerhalb der Atmosphäre, die auch mit den Veränderungen des Aus- und Einatmen beim Menschen verglichen werden kann, haben einen großen Einfluss auf die Pflanzen. Die Pflanze ordnen sich in den tagesrhythmischen Verlauf ein, so ist zum Beispiel die Zellteilung nachts um 3.00 Uhr am aktivsten, die Zellstreckung hingegen ist in den Nachmittagsstunden am intensivsten. Zu diesem Zeitpunkt wandern die Nährstoffe aus den Blättern in die Wurzeln hinunter. In den Morgenstunden strömen die Säfte von den Wurzeln nach oben in die Pflanze und um 9.00 Uhr morgens erreicht diese Aktivität ihren Höhepunkt.

 

So kann beobachtet werden, dass die Blätter und Stängel im Vormittag eher frisch und saftig wirken, am Nachmittag hingegen eher schlaff und müde. Diesen Rhythmus der Pflanzen, also auch der Rebe, muss der Winzer bei seinen Weinbergsarbeiten beachten.

Biodynamischer Weinbau in Deutschland

Bio-dynamische Weine erkennt man meist an der Kennzeichnung mit dem Demeter-Logo. Demeter steht für Produkte der Biologisch-Dynamischen Wirtschaftsweise und zeigt sich als älteste Form der ökologische Landwirtschaft. In Deutschland gibt es 58 Weingüter die dem deutschen Demeter-Verband angehören, weltweit gibt es mehr als 616 Demeter-Weingüter mit mehr als 8.200ha Rebfläche. Es gibt aber weit mehr Winzer die nach bio-dynamischer Philosophie arbeiten, jedoch keine Demeter-Zertifizierung haben.

501 Bio-dyn - The Organic Wine Fair

Durch die Erfolge von herausragenden Winzerpersönlichkeiten wie Nicolas Joly mit seinem Weingut Château de la Roche-aux-Moines an der Loire ist die Biodynamie in den letzten 10 Jahres immer populärer geworden. Die Weinmesse 501 Bio-Dyn hat ein neues Messe Format geschaffen, bei dem ausschließlich Winzer zugelassen sind, die wirklich biologisch und biodynamisch arbeiten. Die Messe im Münchner Verkehrsmuseum Museum (MVG) verzichtet auf eine aufwendigen Messepräsentation. Stattdessen setzt sie den Schwerpunkt auf die Winzer und deren Weine. Namhafte Weingüter wie Chapoutier (Rhône), Dirler-Cadé (Elsass), Nikolaihof (Wachau), Fred Loimer (Kamptal) und Clemens Busch (Mosel) waren vertreten, aber auch viele weitere interessante Weingüter, welche die Messehalle mit 160 Ständen füllten.

Die Großzahl der Winzer kam aus Frankreich, gefolgt von Deutschland, Italien und Österreich. Aber auch internationale Winzer aus Chile, Argentinien und Australien präsentierten ihre Weine.

 

An einem Messetag mit 160 Winzern in einem Raum, braucht man erst einmal eine Orientierung um starten zu können. Zu erst verschlug es mich nach Frankreich, in die Region der Champagne. Das Weingut Champagne Fleury hat mich besonders begeistert mit seinen 5 mitgebrachten Champagner. Besonders der Sonate 2011 Extra Brut mit seiner eleganten Perlage, harmonischen Hefelager und spitziger Säure trat hervor. Auf 15 ha baut das Weingut, die für den Champagner vorgegebenen Rebsorten Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier an.

 

Ein weiteres spannendes Weingut war das Weingut Coulèe de Serrant (Loire) unter Leitung des Weinpapstes der Biodynamie Nicolas Joly. Die seit 1962 bewirtschaften Weinberge bringen Weine der Rebsorte Chenin blanc hervor, die in der ganzen Welt bekannt sind. Beim verkosten der Weine war deutlich die Philosophie des Winzers spürbar: Alle Trauben werden im sehr reifen Zustand geerntet, denn nur so kann die Chenin Traube seinen Charakter zum vollen Ausdruck bringen.

 

Weiter ging die Weinreise nach Italien zu Castello di Tassarolo die Marchesi Spinola (Gavi, Piemont). Das seit 2007 bewirtschaftete Weingut arbeitet seit 2007 nach bio-dynamischen Richtlinien und produziert auf ca. 26 ha 7 verschiedene Weine, von denen 5 gänzlich ohne Sulfide ausgebaut werden. Viele der Weinberge werden mit Hilfe von Pferdekraft bewirtschaftet und die Weine werden nach dem Motto: good, clean and fair produziert. Die Gavi-Weißweine aus der Rebsorte Cortese zeigten sich mit fruchtiger frische und einen nussigen Abgang.

 

Einen Abstecher musste ich natürlich auch zu einen der größten bio-dynamischen Weingütern der Welt machen: Vinedos Emiliana S.A. aus Chile. Mit einer Rebfläche von 900ha, die sich über das gesamte Land zieht, ist es das größte bio-dynamische Weingut in Chile. Die verschiedenen Qualitätsstufen der Weine aus der Rebsorte Carmenere und Chardonnay waren klar erkennbar und auch bei den Rotweinen bekam ich spannende Weine ins Glas.

 

Die bio-dynamischen Weinvertreter aus Deutschland waren vor allem mit der Region Pfalz präsent. Namenhafte Weingüter wie Dr. Bürklin-Wolf, Reichsrat von Buhl, Clemens Busch sowie Batterfeld-Spanier und Kühling Gillot durften natürlich nicht fehlen. Mich begeisterten die Weine von einem 4ha kleinen Weingut in Franken vom Weingut Deppisch. Besonders überzeugte mich der 2012 Frühburgunder, der durch seine Frucht und harmonischen Holzeinsatz besonders Freude machte.

 

 

Dieser Blogeintrag wurde geschrieben von Hanna Neuser, Mitarbeiterin der World of Boutique Wines GmbH.


Die Entwicklung der Rebe im Laufe des Jahres

In unserem Winzerkalender gebe ich Euch jeden Monat einen Überblick, was gerade im Weinberg und Weinkeller passiert und vor welchen Herausforderungen die Winzer stehen. In diesem Blogartikel möchte ich Euch einen Überblick über die einzelnen Phasen der Entwicklung der Weinrebe über das ganze Jahr geben. Ich hoffe das hilft Euch, einige der etwas komplizierteren Zusammenhänge besser zu verstehen.

 

Die Rebe ist eine mehrjährige Pflanze, wird also nicht wie Weizen oder Kartoffeln jedes Jahr neu gepflanzt. Sie bleibt an ihrem Platz im Weinberg stehen und ihre Entwicklung über das Jahr folgt immer dem gleichen Schema. Dieses Schema wurde mit Hilfe der BBCH-Skala genau festgelegt und beschreibt im Detail die Entwicklung der Rebe. Die Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Bundessortenamt und Chemischer Industrie hat diese Skala entwickelt. Sie dient der Einteilung in einheitliche und genau bestimmbare Entwicklungsstadien der Rebe, um beispielsweise Pflanzenschutzmaßnahmen oder Düngungen termingerecht durchführen zu können. Diese Zuordnung folgt nicht den Monaten im Kalender, da die Entwicklung der Rebe stark von den äußeren Umwelteinflüssen abhängt. In einem Jahr kann eines der Entwicklungsstadien Anfang April liegen, während es sich in einem anderen Jahr erst Anfang Mai zeigt. Mit Hilfe dieser BBCH-Skala möchte ich euch die Entwicklung der Rebe etwas genauer erklären.

Die BBCH-Skala

Vorab noch eine kurze Erläuterung zum Aufbau der BBCH-Skala: Der gesamte Entwicklungszyklus der Weinreben ist mit Ziffern in aufsteigender Reihenfolge von 0 bis 99 in zehn überschaubare und deutlich voneinander abgrenzbare Makrostadien unterteilt. Diese Makrostadien werden in 10er Schritten beschrieben:

00–09: Keimung und Austrieb

10–19: Blattentwicklung

20–29: Bestockung und Bildung von

Seitensprossen

30–39: Triebentwicklung

40–49: Entwicklung der vegetativen Pflanzenteile

50–59: Erscheinung der Blütenanlage

60–69: Blüte

70–79: Fruchtentwicklung

80–89: Frucht- und Samenreife

90–99: Absterben und Eintreten in die Vegetationsruhe (bei mehrjährigen Pflanzen).

Makrostadium 0: der Austrieb

Die Bildung und die Entwicklung der im Frühjahr austreibenden Knospen beginnt schon im Sommer des Vorjahres. So haben die Wetterbedingungen des Vorjahres starken Einfluss auf die Bildung und die spätere Entwicklung der Knospen im darauffolgenden Frühjahr. Je günstiger als die Belichtungs- und Temperaturverhältnisse waren, desto mehr Knospen (Gescheine) bilden sich an den Trieben. Auch die Nährstoff- und Wasserversorgung spielen hierbei eine zentrale Rolle.

Im Mittel werden Ende April die Weinberge wieder grün, das heißt die Knospen platzen auf und die Entwicklung der Triebe startet. Bis zu dem Zeitpunkt des Knospenaufbruches sollte der Rebschnitt beendet und auch das Binden der Reben an das Drahtgerüst in weiten Teilen vollzogen sein. Die kleinen Knospen sind sehr empfindlich und stellen je einen Trieb dar, an dem sich im Laufe des Jahres die Trauben bilden. Somit ist höchste Vorsicht geboten, wenn in diesem Stadium noch Arbeiten an der Rebe gemacht werden müssen, weil jede kleine Verletzung und Beschädigung einer Knospe, eine Verlust eines Triebes bedeutet. Nach Beendigung des Rebschnittes wird das abgeschnittene Holz in den Rebzeilen gehäckselt und dient als natürlichen Dünger der Rebe. Um der Rebe beim weiteren Wachstum genügend Nährstoffe zu Verfügung zu stellen, werden die Rebzeilen nicht nur mit dem gehäckselten Schnittholz gedüngt, sondern auch mittels mineralischem Dünger.

Makrostadium 10 - 40: Blatt- und Triebentwicklung

Aus den Ende April gesprossenen Knospen, entfalten sich nun die ersten Blätter. Die Blätter stehen frei und zeigen nun schon rebsorten-typische Merkmale und Unterschiede der Triebspitzen. Für diesen Schritt der Entwicklung verwendet die Rebe Reservestoffe aus dem Vorjahr, welche im Altholz gespeichert vorliegen. Für das weiteren Wachstum greift die Rebe dann auf die vorher erwähnte Düngung zurück.

 

In den nächsten 1-2 Monaten wachsen die Triebe jeden Tag. Ab Mitte Mai beschleunigt sich das Triebwachstum und Temperaturen zwischen 25-30 Grad führen zu einem sehr schnellen Wachstum der Triebe. In besonders warmen Jahren kann ein Trieb pro Tag bis zu 10cm an Länge zunehmen. Kalte Temperaturen bremsen das Wachstum natürlich. Je nachdem wie die Wetterbedingungen im Rebjahr sind, können Ende Mai bereits gut ausgebildete Laubwände zu sehen sein, die dann unter den ersten Draht des Drahtrahmens gesteckt werden. In kalten und regnerischen Jahren können die Triebe hingegen erst handlang sein. Solch ein Rückstand kann die Rebe dann bei warmer Witterung schnell wieder aufholen.

Zu diesem Zeitpunkt und vor allem vor der Blüte werden die ersten „Laubarbeiten“ im Weinberg gemacht. Hierbei werden kümmerlich gewachsene Triebe entfernt und überschüssige Triebe ausgebrochen. Das „Ausbrechen“ stellt eine erste Regulierung der Laubwand dar und dient dem Management der später wachsenden Trauben. Je nach Philosophie des Winzers werden zwischen einem und zehn Trieben pro laufendem Meter stehengelassen. Wichtig ist, dass die Triebe beim Ausbruch noch nicht zu groß sind, um so tiefere Wunden zu vermeiden. Des Weiteren werden in dieser Phase der Entwicklung die Stämme der Reben „geputzt“, das heißt alle (Wasser-) Schosse, die am Stamm wachsen, werden entfernt. So verliert die Rebe keine Energie in das Wachstum der Schosse, die überflüssigerweise am Stamm wachsen.

Makrostadium 50: Entwicklung der Blütenanlage

Die Anlagen der Blüte werden in der Rebsprache auch Gescheine oder Infloreszenzen genannt. In den ersten Wochen nach dem Austrieb bilden sich unmittelbar unter der Triebspitze die Gescheine. Im Laufe der Zeit strecken sich die Gescheine und bereiten sich auf die Blüte der Rebe vor. Die Gescheine weisen eng aneinander gedrängte Blüten auf. Gegen Ende dieses Stadium spreizen sich die Blüten und die Zeit der Blüte ist fast gekommen. In diesem Stadium werden nun die ersten Spitzmaßnahmen getätigt. Diese Vorblüte-Spritzung dient der Eindämmung von verschiedenen Pilzkrankheiten, wie dem Falschen und dem Echten Mehltau. Auch werden Pheromonfallen ausgehangen, die Sexuallockstoffe verschiedene Schädlinge erhalten und diese an der Vermehrung hindern. Dieses sehr schonende Verfahren ist sehr erfolgreich darin, die Insekten ‚Traubenwickler‘ aus dem Weinberg fernzuhalten.

Je nach Entwicklung der Triebe, können diese nun weiter in den Drahtrahmen geheftet werden, um den aufrechten Wuchs der Triebe zu fördern und die Rebzeilen als Fahrgasse gut befahrbar zu machen. An Tagen mit schlechtem Wetter, wenn der Boden zu feucht ist um im Weinberg zu arbeiten, werden die Weine aus dem Vorjahr in Flaschen gefüllt. Das Abfüllen der Weine schließt den Arbeitszyklus des vergangenen Jahres. Die Fässer im Keller leeren sich nun nach und nach und stehen wieder für den nächsten Einsatz im Herbst zu Verfügung.

Makrostadium 60: Blüte

Nun geht es weiter mit der Blüte der Rebe. Die Gescheine bestehen aus vielen kleinen Blütenböden, welche von einem Käppchen umgeben sind. Zu Beginn des Stadiums lösen sich die Blütenkäppchen von den Blütenböden und nach und nach werden alle Käppchen abgeworfen. Die Vollblüte ist erreicht, wenn 50% der Käppchen abgeworfen wurden. Der Zeitpunkt der Blüte hat sich in den letzten Jahren nach vorne verschoben und nun findet die Blüte meinst Ende Mai bis Mitte Juni statt. Die Blüte der Rebe ist nicht besonders auffällig, sondern eher unscheinbar und klein. Zur Zeit der Blüte ist die Rebe anfällig gegenüber Pilzkrankheiten wie dem schon erwähnten Echten und Falschen Mehltau, zwei der wichtigsten Krankheiten, die im Rebjahr auftreten. Je nach Wetterlage und unter Beobachtung der Entwicklung dieser Pilzkrankheiten, werden weitere Pflanzenschutzmaßnahmen notwendig. Während der Blüte, sollten die Reben jedoch möglichst ihre Ruhe haben. Die zwittrige Blüte der Rebe bestäubt sich selbst und somit ist eine Blütezeit ohne starke Winde und Regen gewünscht. Die Zeit der Selbstbefruchtung beim Wein sollte von kurzer Dauer sein, um eine Verrieselung – Beschädigung der Blüten und späteren Trauben durch Regen – oder das Verblühen ohne Befruchtung zu vermeiden. Läuft die Befruchtung schlecht, kann es zu starken Verrieselungen, also einer fehlenden Befruchtung der Rebe kommen und die Erntemenge werden stark reduziert.

 

Auch im Zeitraum nach der Blüte ist es wichtig die immer größer werdenden Triebe in den Drahtrahmen einzufädeln, um ein Abknicken zu vermeiden.

Makrostadium 70: Fruchtentwicklung

Nach der Blüte findet in den kleinen, heranwachsenden Beeren eine etwas 4-5 Wochen andauernde Phase der intensiven Zellteilung statt. Die Beeren wachsen bei nicht zu heißem Wetter und genügen Wasserzufuhr kontinuierlich an. Wenn die Zellteilung abgeschlossen ist, kommt es zu einer Phase, in der die Beeren sich äußerlich nur noch wenig weiterentwickeln. Diese Phase ist stark sortenabhängig und dauert bis zur Fruchtreife an. Diese Endphase wird auch Traubenschluss genannt. Wichtig ist hier die Reifephase nicht mit der Fruchtreife zu verwechseln. Wie schon erläutert, handelt es sich bei der Reifephase überwiegend um die äußerlichen Veränderungen, also das Größerwerden der Traube. Die Fruchtreife setzt im Anschluss an und stellt die Reife der Inhaltsstoffe der Traubenbeere da – von außen lassen sich kaum Unterschiede erkennen.

Im Stadium der Reifephase hat der Winzer einiges zu tun. Die Art der Tätigkeit ist wie so vieles im Winzerdarsein von der jeweiligen Arbeitsphilosophie des Winzers abhängig. Die Blätter in der Zone, in welcher die Trauben hängen, können zum Teil entfernt werden, um eine Durchlüftung der Rebanlage zu fördern und mehr Sonne an die Trauben heranzulassen. So kann bei Regen die Laubwand besser abtrocknen und die Voraussetzungen für einen Pilzbefall werden verringert. Es kann dabei in heißen Sommern aber auch zum Sonnenbrand auf den Trauben oder zu einer Ansammlung von zu viel Zucker kommen.

 

Wenn die immer länger werdenden Triebe den Drahtrahmen überwachsen haben, wird „gegipfelt“: die obersten Triebe werden abgeschnitten. Nun ist das Längenwachstum unterbrochen und die Energie der Rebe wird nun in die Trauben gelenkt.

 

Eine weitere Maßnahme, die Nährstoffversorgung in die Trauben zu lenken ist die „grüne Lese“. Diese beginnt Mitte bis Ende August, wenn die Reifephase eintritt. Durch das Entfernen einiger schon ungefähr erbsengroßen Beeren, kann die Rebe ihre Kraft in die verbleibenden Beeren stecken. Durch die Entlastung der Rebe, die nun ihre Nähstoffe gezielt in de Verbleibenden Trauben schicken kann, wird die Qualität der Beereninhaltsstoffe gefördert. Auf der anderen Seite wird die Menge der Weintrauben reduziert, die später geerntet werden können. Der Winzer hat also die Wahl zwischen Qualität und Quantität, zwischen wenig gutem Wein und viel Basiswein.

Makrostadium 80: Fruchtreife

Nun beginnt die Traubenreife. Es sind nun äußerlich keine Wachstumsveränderungen der Traube mehr sichtbar. Die Beeren verändern ihre grüne Farbe und werden langsam weich. Die zuvor gebildeten Inhaltsstoffe der Traube werden nun verändert. Die Säure nimmt ab und der Zuckergehalt steigt rasch an. Die sortentypischen Aromastoffe werden gebildet. Am Ende der Phase ist die Lesereife erreicht und die Weinlese kann beginnen. Ab und an werden noch Blätter in dem Weinberg entfernt, um den Zuckergehalt zu fördern. Ansonsten hat der Winzer nun endlich kurz Zeit um etwas zu verschnaufen, bevor die hektischste Zeit im Jahr kommt, die Traubenlese. Nun geht es an die Vorbereitung der Lese, mit Arbeiten wie den Tank zu putzen.

Makrostadium 90: Absterben und Eintreten in die Vegetationsruhe

Nach der Ernte bleiben nur noch die Blätter an der Rebe hängen. Die Holzreife der Triebe ist nun komplett abgeschlossen und die Nähstoffe werden aus den Blättern herausgezogen und in das Holz eingelagert, als Reservestoffe für den Start im nächsten Frühjahr. Nach und nach fangen die Blätter an sich zu verfärben und fallen letztendlich ab. Der Winter ist im vollen Gange und der Winzer breitet sich nun auf das nächste Weinjahr vor, welches mit dem Rebschnitt beginnt.

 

In dieser ruhigen Phase im Weinberg, blubbert und gärt es im Weinkeller und die Hauptarbeit gilt der Herstellung der Weine.


0 Kommentare

Winzerkalender: Mai

Der Mai macht in den Weinbergen dort weiter, wo der April aufgehört hat: Sonne, heiße Temperaturen, Frost, Regen und Hagel. Die Herausforderungen für die Winzer werden dadurch nicht kleiner, insbesondere das Problem des Frühjahrsfrostes (in einem anderen Blog-Artikel gehe ich näher auf dieses Problem ein). Wie in jedem Mai stehen für den Winzer im Mai eine ganze Reihe von wichtigen Tätigkeiten an, allen voran das Ausbrechen neuer Triebe, das Entfernen von Fruchtruten und die Frühjahrsspritzung.

1. Das Ausbrechen von Trieben

a) Bedeutung der Laubwand

Um den Sinn hinter dem Ausbrechen zu erläutern, möchte ich etwas weiter ausholen und Euch kurz etwas über die Photosynthese erzählen, von der ihr vielleicht schon einmal im Biologie-Unterricht gehört habt. Das Wort Photosynthese leitet sich aus den drei griechischen Wörtern phos (Licht), syn (zusammen) und thesis (setzen) ab. Bei der Photosynthese nutzen Pflanzen Licht, Wasser und Kohlendioxid, um daraus den Zucker Glukose und Sauerstoff herzustellen.

 

Die Menge der Glukose die während der Photosynthese produziert wird, beeinflusst wie viel Zucker später in der Traube eingelagert wird. Auch ist der Zucker Ausgangspunkt für alle anderen wichtigen Inhaltsstoffe für den späteren Wein, wie die Säure und Aromastoffe. Daher stellt die Photosynthese einen zentralen Prozess im Leben der Rebe dar und ist enorm wichtig für die spätere Qualität des Weines. Damit eine Rebe möglichst viel Zucker produziert, muss das Verhältnis von Blättern zu Trauben optimal sein. Eine wichtige Aufgabe des Winzers ist daher, das Wachstum einer Laubwand zu gewährleisten, welche die optimale Leistung der Photosynthese ermöglicht.

b) Das Ausbrechen

Der erste Schritt zum Aufbau einer optimalen Laubwand ist das Ausbrechen im Frühjahr. Dieser Arbeitsschritt erfolgt dann, wenn die ersten Triebe ein Wuchshöhe bis zu einer Handbreit erreicht haben. Was aber verbirgt sich hinter dem Wort „Ausbrechen“? In der Tat bricht der Winzer einige junge Triebe aus der Rute aus, welche im März an den Drahtrahmen gebogen wurden. Im Winzerkalender März habe ich den Hintergrund des Biegens erklärt, das könnt Ihr noch einmal nachlesen.

Da die Natur nicht symmetrisch und gleichmäßig wächst, kommt es vor, dass zwei Triebe eng nebeneinander, stehen und sich gegenseitig Platz und Nährstoffe wegnehmen. Demnach bricht man einen der eng stehenden Triebe aus, sodass nur ein Trieb zurückbleibt und dieser Platz und Kraft zum Entwickeln hat. Die Rebe sollte möglichst wenig Energie für die Entwicklung von unnötigen Trieben aufwenden.

Was hat das nun aber mit der Struktur der heranwachsenden Laubwand zu tun? Wenn der Winzer jedem Trieb der sich entwickelt freien Wuchs lässt, hat die Rebe zu viele Triebe, die eine Vielzahl an Blättern ausbilden und zu einem Verwuchern der Rebe führt. Je nach Rebsorte und ihrer Wuchskraft sollten im Schnitt zwischen 10 und maximal 15 Trieben pro laufendem Meter belassen werden. Im Verlauf des Frühjahrs und Frühsommers bildet sich eine lockere Laubwand aus. Eine Lockere Laubwand hat den Vorteil, das Licht an die Tauben kommen kann und die Qualität der Trauben fördert. So kann auch mehr Wind durch die Laubwand wehen, wodurch weniger Rebkrankheiten auftreten.

 

Dieser Arbeitsschritt sollte möglichst 1-3 Wochen nach dem Austrieb der Knospen durchgeführt werden, die sich nun zu kleinen Trieben entwickelt haben. Falls zu lange mit diesem Arbeitsschritt gewartet wird, sind die Triebe bereits recht kräftig, sodass beim Ausbrechen der Triebe größere Wunden entstehen können. Leider macht es die Natur und damit die Rebe dem Winzer nicht immer leicht – die Triebe wachsen nicht alle gleichmäßig und in gleicher Schnelligkeit. Das bedeutet oft, dass der Winzer nicht nur einmal zum Ausbrechen der Triebe durch den Weinberg gehen muss, zwei bis drei mal, um den unregelmäßigen Wuchs der Triebe zu kompensieren.

c) Austriebe und Wasserschosse

Zum Ausbrechen gehört ein weiterer Arbeitsschritt: das Entfernen der Triebe, welche sich am Stamm aus dem alten Holz gebildet haben. Diese Triebe sind unnötig, weil an ihnen kaum Trauben wachsen. Sie werden auch Wasserschosse genannt, weil sie der Rebe Wasser und Nährstoffe entziehen. Die Zahl der Wasserschosse am Stamm unterscheidet sich je nach Rebsorte. Zum Beispiel treiben Silvaner und Morio-Muskat gerne Wasserschosse aus, im Gegensatz zum Kerner oder Portugieser.

2. Das Entfernen der Frostruten

Oft wird gleichzeitig mit dem Ausbrechen neuer Triebe die Frostrute entfernt. Ich habe euch im Winzerkalender Februar schon die Arbeit des Rebschnittes erläutert. Viele Winzer lassen bei diesem Arbeitsschritt nicht nur eine Rute stehen, sondern zwei. Eine der beiden Ruten wird als Hauptrute ausgewählt und an das Drahtgerüst gebunden. Die andere Rute, die sogenannte Frostrute, bleibt vorerst stehen. Sie dient als Ersatzrute, falls die Hauptrute als Folge von starkem Frost abstirbt oder beim Biegen auf den Drahtrahmen abbricht. Eine alte Bauernregel besagt, dass bis zu den ‚Eisheiligen‘ noch Fröste auftreten können. Die Eisheiligen unterscheiden sich je nach Region – in diesem Jahr fangen sie am 11.Mai an. Sie erstrecken sich über einen Zeitraum von drei bis fünf Tagen im Mai. Viele Winzer folgen dieser Bauernregel und warten mit dem Entfernen Frostrute bis zum Ende der ‚Eisheiligen‘, dieses Jahr bis zum 15. Mai.

3. Der Pflanzenschutz

a) Grundlagen

Schädlinge und Krankheiten, aber auch der Einfluss des Wetters wie Frost und Sonnenbrand können die Menge und die Qualität der Trauben und somit auch die des Weines stark beeinflussen. Ziel des Pflanzenschutzes ist es, die Rebe so gut wie möglich vor solchen Schäden zu schützen.

 

Es gibt verschiedene Ansätze zum Pflanzenschutz. Die stärksten Unterschiede treten zwischen den biologischen beziehungsweise dem bio-dynamischen und den konventionellen Weinbau auf. Beim biologischen und bio-dynamischen Weinbau wird ohne synthetische Pflanzenschutzmittel gearbeitet. Synthetische Pflanzenschutzmittel sind künstlich erzeugte Chemikalien, die zur Verminderung und zur Abtötung von Pilzen und Schädlingen verwendet werden. Für die meisten dieser Gefahren gibt es mittlerweile aber auch alternative Pflanzenschutzmittel. Viele dieser Mittel kräftigen die Pflanze und verhindern so einen Schädlingsbefall. Diese Pflanzenschutzmittel werden aus natürlich vorkommenden Produkten gewonnen, wie Schwefel und Kupfer.

 

b) Arten von Fremdeinwirkung

Die Reben im Weinberg können grob gefasst durch 3 verschiedene Einflüsse belastet werden:

1. Krankheiten, wie Viren, Bakterien und Pilze

2. Schädlinge, wie Nematoden und Insekten

3. Abiotische Einwirkungen, wie Sonnenbrand, Frost, Wassermangel oder Nährstoffmangel

 

Um die Rebe zu schützen werden unter anderem

Fungizide – pilzabtötende Mittel,
Insektizide – insektenabtötende Mittel und
Herbizide – unkrautabtötende Mittel eingesetzt.

 

Durch verschiedene Pflege- und Pflanzenschutzmaßnahmen versucht der Winzer zwischen Mai und August die Rebe vor Schädlingen zu schützen. Dabei muss er ihre Umweltverträglichkeit, die Wirtschaftlichkeit sowie negative Auswirkungen auf die Rebe beachten.

 

Zwischen Ende April und Anfang Mai kommt es zum Austrieb der Rebe, die ersten Blätter bieten Angriffspunkte für Krankheiten und Schädlinge. Pflanzenschutzmittel gegen Pilzkrankheiten, wie den Falschen Mehltau, werden nun auf die Reben gespritzt. Hierfür werden heutzutage meist organische Fungizide eingesetzt. Früher verwendete man vor allem Kupfer- und Schwefelpräparate, die nun verbreitet im biologischen Weinbau Anwendung finden.

 

Ein kurzer Exkurs zu zwei der schädlichsten Pilzkrankheiten für Reben:

1. Der Echte Mehltau, auch Oidium tuckeri genannt

Dieser schädliche Pilz wurde aus Nordamerika eingeschleppt und breitet sich seit 1845 in Europa aus. Der Pilz befällt alle grünen Pflanzenteile und tritt zuerst an der Blattunterseite auf. Der mehlige Belag gibt der Pilzkrankheit seinen Namen. Die silbrig glänzenden Flecken zeigen sich auf der Blattoberseite als helle Flecken und fallen dort sofort ins Auge. Er führt zu geringeren Erträgen und geringerer Qualität der Trauben.

 

2. Der Falsche Mehltau, auch Peronospera genannt

Auch dieser Schadpilz wurde aus Nordamerika im Jahr 1978 nach Europa eingetragen und gilt als die gefährlichste Rebenkrankheit in Mitteleuropa. Die Schädigung ist stark von den Wettereinflüssen und der Rebsorte abhängig. Auch er kann massive Ernteausfälle zur Folge haben. Eindeutiges Erkennungsmerkmal des Falschen Mehltaus sind die gelblichen Ölflecken auf der Blattoberseite.

 

c) Pflanzenschutz im Frühjahr

Anstatt auf Pflanzenschutzmittel zurückzugreifen, kann der Winzer Pilzkrankheiten durch die richtige Erziehungsform und eine gründliche Laubwandarbeit vermeiden: eine lockere Laubwand kann nach Regen oder Nebel besser durch Wind getrocknet werden und ist weniger anfällig für Pilzkrankheiten. Mit vorbeugenden Maßnahmen arbeitet der Winzer, um die Rebe zu stärken und eine Befallsgefahr zu minimieren. Hierfür werden zum Beispiel Präparate wie Kupfer und Gesteinsmehl eingesetzt. Wann Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden, hängt stark von den Witterungsverhältnissen ab. Sobald es im Frühjahr vermehrt zu Regenfällen kommt, beginnt der Winzer mit dem Pflanzenschutz. Um zu entscheiden, wann er zum ersten Mal Pflanzenschutzmittel spritzt, erhält er sehr detaillierte Informationen von den ländlichen Weinbauverbänden, unter anderem spezielle Wettervorhersagen. Diese Weinbaufaxe oder Wetterfaxe helfen bei der Einschätzung, wie hoch die Gefahr von Schädlingsbefall ist und ob mit dem Spritzen angefangen werden soll.


0 Kommentare

Die größte Gefahr für Winzer: Frühjahrsfröste

Dieses Jahr ist der Frühling mit voller Wucht gestartet. Es wurden die wärmsten Grade im März und Anfang April gemessen, seit Aufzeichnung der Temperaturen. Die warmen Temperaturen haben nicht nur die Menschen vor die Tür getrieben, die sich nach der Winterzeit die Sonne aufs Gesicht haben scheinen lassen. Sondern auch die Natur hat die Sonnenstrahlen und die Wärme in vollen Zügen genutzt: Im Weinberg sind die ruhenden Knospen aufgeplatzten und die ersten Blätter haben sich entfaltetet. So langsam wurde der über den Winter eher trist aussehende Weinberg wieder grün. In manchen Weinbaugebieten kam der Austrieb der Reben 2-3 Wochen früher als im letzten Jahr.

 

Die Frühlingsgefühle der Reben, die mit dem Austrieb entstanden sind, wurden nun aber durch Spätfröste wieder erstickt. In einigen Weinbauregionen kam es zu Minusgraden in den Nächten, was fatale Folgen für die bereits sprießenden Triebe und jungen Blätter hat. Die Problematik der Frühjahrsfröste ist in den letzten Jahren immer größer geworden. Frühjahrsfröste gab es schon immer, aber durch den immer früheren Austrieb der meisten Rebsorten – eine Folge des Klimawandels – kam es in den letzten Jahren immer öfter zu Frostschäden im Weinberg.

Es gibt drei Arten von Frösten, die im Weinberg eine Rolle spielen:

  1. Frühfröste: Diese treten im frühen Herbst auf und führen zu einem frühzeitigen Absterben der Blätter. Falls die Ernte nicht schon erfolgt ist, kann ein Frost während der Erntezeit dazu führen, dass die Photosynthese unterbunden und damit die weitere Reife der Traube erschwert wird. Es kann zu einem Frostgeschmack der Traube kommen.
  2. Winterfröste: Weinreben sind relativ frostresistent. Ab Temperaturen von -20°C sterben die Reben aber ab. Wann genau das passiert hängt einerseits von der Rebsorte ab, andererseits davon, ob sich die Rebe langsam an die Kälte gewöhnen kann oder ob es zu einem rapiden Temperaturabfall kommt. Der Riesling ist zum Beispiel relativ frostresistent, einer der vielen Gründe warum er sehr gut für die kalten deutschen Weinregionen geeignet ist.
  3. Spätfröste: Nach dem Austrieb der Rebe im Frühjahr kommt es immer wieder zu Spätfrösten. Dieser Frost bewirkt ein Absterben der Knospen, der jungen Blätter und der jungen Triebe. Diese Spätfröste im Frühling können später zu erheblichen Ernteverlusten im Herbst führen. Wenn die Triebe geschädigt werden, die den Grundbaustein für die Laubwand und später das Traubenwachstum bilden, wird das Wachstum gehemmt oder ganz unterbrochen.

Im Folgenden gehe ich näher auf die Spätfröste ein, die in den letzten Wochen zu massiven Schäden in den deutschen, französischen und österreichischen Weinbergen geführt haben.

1. Wie entstehen Spätfröste?

Spätfröste treten vor allem dann auf, wenn sich bei Hochdruckwetter eine Inversionswetterlage entwickelt. Das bedeutet, dass es zu einer Drehung der Luftströme kommt. Während normalerweise die bodennahe Luft wärmer ist als die darüber liegenden Schichten, kehrt sich das in kalten Frostnächten um. Ohne eine schützende Wolkenschicht kann die aus dem Boden aufsteigende Warmluft nach oben entweichen, während gleichzeitig die Kaltluft von den Höhenlagen ins Tal abfließt.

 

Bei diesem Wetterphänomen ist die Temperatur am kältesten in Bodennähe – während die Luft mit steigender Temperatur wärmer wird. Das führt dazu, dass die kalten und schwereren Luftschichten unter den leichteren Luftschichten liegen. Dadurch wird der Luftaustausch durch Wind verhindert. Diese Wetterlage führt zu den starken Frösten im späten Frühling, die Winzer so fürchten. Vor allem sind Weinbergslagen in Mulden und Tälern betroffen, aus denen die Kaltluft nicht abfließen kann. Dort staut sich die kalte Luft für längere Zeit und es kommt zu Frostschäden.

2. Folgen von Frostschäden

Abhängig von der Rebsorte und dem Fortschritt des Austriebes können Frühjahrsfröste zu gravierenden Schäden führen.

 

Wenn der Austrieb noch nicht weit fortgeschritten ist, kann der Frost die Knospen, oder wie der Winzer sagt, die Augen einfrieren. Diese Augen werden dann braun und treiben nicht mehr aus. Nun müssen alle überlebenden Augen volle Arbeit leisten, um im Laufe des Frühjahrs und Frühsommers eine Laubwand zu produzieren. Denn ohne eine aktive Laubwand mit genügend Blättern fehlen der Traube im Laufe ihrer Entwicklung, die Nährstoffe, welche durch die Photosynthese der Blätter zu Verfügung gestellt werden.

 

Wenn der Austrieb soweit fortgeschritten ist, dass schon grüne Rebteile, also Blättchen zu sehen sind, erfrieren diese bei Temperaturen unter 0°C. Aus dem in den Rebblättchen enthaltene Wasser bilden sich Eiskristalle, die die Zellen der Pflanze zerstören. Die Blätter werden welk, zum Teil sogar matschig. Sie sind dann braun gefärbt und sterben ab.

 

Um diesen Rückschlag am Anfang der Wachstumssaison zu vermeiden und eine volle Entwicklung der Laubwand zu gewährleisten, gibt es einige Methoden, mit denen sich Winzer vor Frühjahrsfrösten schützen können.

3. Maßnahmen zum Schutz vor Frostschäden

a) Anlage des Weinberges

 Schon bei der Planung eines neuen Weinberges kann die Frostgefahr durch die Wahl der Rebsorten und Erziehungsform minimiert werden. Es gibt Rebsorten, welche frostresistenter sind als andere. Weinberge die frostgefährdet sind, sollten mit solchen Rebsorten bepflanzt werden. Beispiele hierfür sind der Riesling, der Silvaner, der Müller-Thurgau und der Sauvignon Blanc.

 

Auch die Erziehungsform – also die Art und Weise wie die Weinrebe geschnitten und an Drähte angebunden wird – kann Frostschäden minimieren. In Lagen mit Frostgefahr sollten die Reben nicht zu nah am Boden „erzogen“ werden, denn dort sammelt sich die kühle Luft am schnellsten. Das heißt Erziehungsformen mit hohen Stämmen, wie die Umkehrerziehung, sollten bevorzug werden.

 

b) Für Wind oder Luftumwälzungen sorgen

Bei der Entstehung von Frösten spielt die Inversionswetterlage eine wichtige Rolle. Die verschiedenen Luftmassen können durch Wind und Luftumwälzungen durchmischt werden, wodurch die Temperaturen im Weinberg ansteigen.

 

In vielen Weinbaugebieten der Neuen Welt, zum Beispiel in Neuseeland und Kalifornien, werden in Weinbergen Windmaschinen installiert, die in Etwa 10 Meter hoch sind. In frostgefährdeten Nächten finden diese Windmaschine Einsatz und vermischen die geschichteten Luftmassen. Somit bleibt die kalte Luftschicht nicht in Bodennähe und die Reben erleiden keinen Frostschaden. In Deutschland findet man diese Windmaschinen sehr selten, weil sie extrem teuer sind.

 

In Deutschland werden in den letzten Jahren häufiger Hubschrauber eingesetzt, die über die Weinberge fliegen und so die Luftmassen verwirbeln. Mit einem Hubschrauber kann die Rebfläche von bis zu 40ha vor Frost geschützt werden.

 

c) Beheizen

Eine der ältesten Methoden zur Bekämpfung des Frostes sind Weinbergsfeuer. In Frostnächten erleuchten viele Weinberge dank Heizkerzen, Gas- oder Ölbrenner. Letztere sind mit einem Gebläse ausgestattet. Die wärmespendenden Feuer haben eine Brenndauer von bis zu 8 Stunden. Das Verfahren wird auch in Kombination mit Windrädern oder Ventilatoren eingesetzt, um die Wirkung zu verbessern.

 

Heizdrähte sind eine neue Methode um Frühlingsfröste zu bekämpfen, welche schon in Australien Einsatz gefunden hat. Hierbei werden die Heizdrähte um die am Draht liegende Rebe geschlungen. Die erzeugte Wärme wird durch Oberflächenkontakt an die Rebe weitergegeben und strömt so auch in die grünen Triebe, sowie in die Blätter.

Eine weitere Maßnahme mittels Wärme sind Heiztunnel. Wie auf dem Bild erkennbar, werden Heizschläuche in den Weinberg gelegt, welche im Anschluss mit durch ein Gebläse mit heißer Luft aufgeblasen werden. Die Reben erhalten somit die Abwärme aus den Schläuchen, eine kalte Luftschichtung in der Bodennähe kann vermieden werden.

d) Wasser und Beregnung

Die Bekämpfungsmaßnahme mit Beregnung kann überall dort eingesetzt werden, wo genügend Wasser vorhanden ist. Die Beregnungsanlagen kennt man meinst nur aus den heißen Sommermonaten, wenn Felder mit dieser Methode bewässert werden. In Frostnächten werden die Reben mit Hilfe von Wassersprinklern bespritzt. Das gefrorene Wasser bildete eine

Schutzschicht um die Knospen, dadurch kann der Frost nicht in die Knospe eindringen. Allerdings ist der Wasserbedarf enorm: pro Stunde werden etwa 30 Kubikmeter für einen Hektar Fläche benötigt. Eine weitere Möglichkeit um Schäden von Frühlingsfrösten zu vermeiden ist die Sättigung des Bodens mit Wasser. Wenn der Boden über genügend Wasser verfügt, kann dieser tagsüber mehr Energie aufnehmen und folglich nachts mehr Wärme abgeben. Das Auskühlen des Bodens bei kritische Temperaturen unter 0°C kann mit Hilfe dieser Methode verzögert werden.

 

Alle diese Maßnahmen sind Zeit- und Kostenaufwendig und die Frostnächte bereiten den Winzern schlaflose Nächte mit Bangen um die Rebe. Die Ausmaße von Frühjahrfrösten sind meinst erst im Verlauf der anschließenden Wochen zu sehen. Ich drücke allen Winzern die Daumen, dass sie in den letzten Wochen einige der von mir beschriebenen Methoden angewendet haben und es zu keinen Frostschäden gekommen ist.


0 Kommentare

Der neuste Weintrend: Orange Wines, Amphorenweine und Naturweine

Einer der neusten Trends bei Weinen sind Orange Wines, Amphoren Weine und Naturweine. Insbesondere dem Orange Wine wird von einigen Weinexperten eine große Zukunft bescheinigt. In diesem Blogartikel möchte ich Euch ein bisschen näherbringen, worum es sich bei den drei Weinstilen handelt und was ich von diesen Weinen halte.

 

Hinter dem Orange Wine verbirgt sich eine Methode Weißweine herzustellen, die ähnlich der Rotweinherstellung ist. Kurz zusammengefasst ist der Traubenmost beim Orange Wein wesentlich länger mit den Beerenschalen in Kontakt als beim herkömmlichen Weißwein und wird ähnlich wie ein Rotwein vinifiziert. Durch den langen Schalenkontakt und die Weinherstellung wird der Wein orange oder bernsteinfarbig. Die Herkunft des Orange Weins, beziehungsweise der Herstellung dieses Weines und dessen Trend wird viel diskutiert und ist recht umstritten. Leider werden die Begriffe Orange Wine, Amphorenwein und Natural Wines meinst in einen Topf geschmissen. Der Amphorenwein wird wie in der Antike in großen tönernden Amphoren hergestellt. Der Naturwein soll möglichst ohne künstliche Prozesse und Zusätze auskommen, also ohne Zuchthefen, Schwefel und Filtrierung. Zwar kann ein Wein in der Theorie Orange Wine, Amphorenwein und Naturwein gleichzeitig sind, meist ist er aber nur eins davon. In diesem Blog möchte ich euch die Besonderheiten, die Philosophie und den Geschmack dieser drei Weinstile erläutern und erklären, welche Auswirkungen sie auf den Weinstil haben.

Orange Wines, Naturweine und Amphoren Weine sehen ähnlich aus, können auch ähnlich schmecken, aber werden durch unterschiedliche Praktiken hergestellt. Eine gesetzliche Definition der Begriffe gibt es derzeit noch nicht. Orange Wines und Naturweine werden aus weißen Trauben hergestellt, weisen aber eine Weißwein-untypische Farbe auf. Amphorenweine können sowohl aus weißen, als auch aus roten Trauben gemacht werden. Weiße Amphorenweine haben eine ähnliche Farbe wie Orange und Naturweine. Das Geheimnis hinter der Farbe liegt bei Orange Wines und Amphorenweinen am Schalenkontakt.

Die Herstellung von Orange Wines

Orange Wines sind kurz gesagt, Weißweine, die wie Rotweine maischevergoren werden. Aber was verbirgt sich hinter solch einer Maischegärung? Den Vorgang der Maischegärung findet man fast ausschließlich bei Rotweinen. Die Trauben werden von ihrem Stängel gelöst und die Trauben werden durch Quetschen geöffnet, sodass der Saft leicht austreten kann. Diese Mischung aus Traubensaft, Traubenschalen, Traubenkernen und Rappen (kleine Stängel mit denen die Trauben an den Zweigen befestigt sind) nennt man Maische. Zuerst wird die Maische geschwefelt, um eine Oxidation der Trauben und die Bildung von schädlichen wilden Hefen und Bakterien zu verhindern.

 

Die Maischegärung dient dem Zweck, dass die Phenole und Tannine aus der Schale extrahiert und Farbstoffe gelöst werden. Die Dauer und Art der Maischeextraktion beeinflussen die Farbe, Adstringenz und Bitterkeit des späteren Weines. Bei den Orange Wines wird ein Weißwein mit Schalen, Beeren und Kernen vergoren. Die Maischegärung führt zu einer Farbextraktion, die Weine werden orange bis rötlich, anstatt des Weißwein-üblichen zitronen- oder goldgelb. Der Vorgang der Maischegärung kann in verschiedenen Gefäßen stattfinden. Eine offene Maischegärung kann in Bütten oder offenstehenden Tank- und Holzbottichen durchgeführt werden, für eine geschlossene Maischegärung werden liegende oder stehende Tanks verwendet. Es gibt aber auch noch ganz besondere, fast in Vergessenheit geratene Behältnisse – die Amphoren.

Auf den Spuren antiker Weine: Amphorenweine

Manche Winzer füllen ihren Wein für die Vergärung in ein spezielles Tongefäß, eine Amphore. Amphoren wurden schon im antiken Kaukasus, Griechenland und Rom genutzt, um Wein zu lagern und zu transportieren. Oft werden bei der Herstellung von Amphorenweinen nicht nur Traubenkerne und –haut mit vergoren, sondern auch die Taubenstängel. So wie die Traube aus dem Weinberg kommt, wird sie kurz angequetscht und dann in die Amphore gegeben. Das Tongefäß wird bis zur Öffnung im Boden eingegraben. Dies dient der natürlichen Kühlung durch den Boden, als auch zum Schutz des Gefäßes, denn bei diesem großen Flüssigkeitsgewicht würde die Amphore platzen. Durch die Atmungsaktivität des Tones tritt Sauerstoff während der Gärung und Lagerung ein und führt zu einer Oxidation des Weines, ähnlich wie bei der Lagerung in Eichenholzfässern. Die meisten Winzer die Amphorenweine herstellen, folgen einer sehr traditionellen Philosophie der Weinherstellung, indem sie den Wein so natürlich wie möglich behandeln: der Wein wird mit Hilfe der Sedimentation geklärt und es werden keine Hilfsstoffe zugesetzt.

Der neuste Trend: Naturweine

Naturweine, auch ‚raw wine‘, ‚naked wine‘ oder ‚vin naturel‘ genannt, werden so natürlich wie nur möglich hergestellt. Der Winzer versucht, so wenig chemisch synthetische Pflanzenschutzmittel wie möglich einzusetzen und im Keller mit minimalen Eingriffen zu arbeiten. Vornehmlich bezieht sich diese Philosophie jedoch auf den Ausbau des Weines im Keller. Dort wird dem Vorsatz gefolgt, ohne Zusatzstoffe und aufwändige Kellertechnik zu arbeiten. Eine wichtige Rolle spielt die Spontanvergärung des Weins. Anders als bei den meisten herkömmlichen Weinen wird keine Reinzuchthefe verwendet, um die Gärung einzuleiten, sondern natürlich vorkommenden Hefen (wilden Hefen), die sich auf der Beerenhaut und im Keller befinden. Die meisten Winzer setzen Reinzuchthefen ein, um eine sichere, kontrollierte Gärung zu erhalten und somit einen typischen Rebsorten-Charakter des Weines zu garantieren. Spontan vergorene Weine können sehr gute, ausdrucksstarke Weine sein, aber es kann auch sehr schnell ein unangenehmer Wein mit Fehltönen entstehen. Daher erfordert das Verfahren viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Häufig findet man spontanvergorenen Weine bei Winzern, die biologischen oder bio-dynamischen Weinbau praktizieren.

 

Ein weiterer Aspekt der natürlichen Herstellung von Wein ist die Klärung. Anstatt mit Gelatine oder anderen tierischen Produkten zu arbeiten, werden Naturweine durch die natürliche Schwerkraft der Trubteilchen im Wein geklärt. Dieser Vorgang braucht viel Zeit und es kann vorkommen, dass Naturweine leichte Trübungen aufweisen, die den Wein aber geschmacklich nicht beeinflussen.

 

Der wohl schwierigste Punkt für Winzer die Naturweine herstellen ist die Schwefelung. Im Gegensatz zu Weinen aus herkömmlicher Herstellung, werden Naturweine nicht geschwefelt. Während der Weinherstellung wird Schwefel zu Konservierung des Weines verwendet. Das heißt unter anderem, dass der Sauerstoff durch den Schwefel abgebunden wird und eine Oxidation verhindert. Bei Naturweinen ohne Schwefelzugabe, muss der Winzer im Weinkeller sehr auf die hygienischen Verhältnisse achten. Ein Sauerstoffkontakt sollte vermieden werden, besonders bei und nach der Abfüllung in die Flasche. Es kann jedoch trotzdem zu einer Oxidation kommen, die dann eine Orange bis Braunfärbung des Weines und eine erhebliche Beeinträchtigung des Geschmacks mit sich ziehen kann. Diese Farbbeschaffenheit kann eine mögliche Verwechslung zu Orange Weinen erklären. Winzer die nicht schwefeln, müssen auf ihren Weinetiketten nicht die Kennzeichnung „enthält Sulfite“ aufdrucken. Für Menschen, die allergische Reaktionen auf Sulfite bekommen, sind diese Weine bekömmlicher.

Wie unterscheiden sich Orange Wine, Amphorenwein und Naturwein?

Wenn ihr einem Orange Wine vor euch habt, bezieht sich der Begriff auf die Art der Gärung: es findet eine Maischegärung statt. Bei Ampohrenweinen liegt der Fokus auf den Ort der Gärung: in einer Amphore. Naturweine umfassen hingegen eine gesamte Winzerphilosophie, die vom Weinberg bis hin zum Keller auf eine schonende, naturbelassene Behandlung der Trauben und später des Mosts beziehungsweise des Weines setzt. Oft gibt es eine Überschneidungen dieser Philosophien. Wenn Ihr einen solchen Wein vor euch habt, fragt also einfach mal nach, wie dieser hergestellt wurden. Mit Eurem neuen Wissen über die Trend-Weinverfahren werdet ihr bei vielen Winzern, Weinhändlern und Sommeliers für Staunen sorgen.

Wie schmecken Orange Wines, Amphorenweine und Naturweine?

Die farbintensiven Orange Wines besitzen mehr Tannine als Weißweine und weisen somit würzige Aromen auf, sowie Noten von Sherry, Nüssen und Trockenfrüchten. Die Besonderheit bei Amphoren-Weinen ist ein herb-nussiger Geschmack, durch ihre Herstellung mit Sauerstoffkontakt. Für manche äußert sich diese Aromatik aber auch als muffig und oxidiert. Hier streiten sich die Weingeister, für manche Weinliebhaber können die Weine eine wahre Geschmacksexplosion darstellen, für andere einen fehlerhafter Wein.

 

Wie schaut es mit der Essenbegleitung von Orangeweinen aus? Auf Grund der Herstellungsart, die der Rotweinherstellung ähnelt, sind sie auch hervorragende Begleiter von Gerichten, zu denen man sonst Rotwein anbieten würde, also rotem Fleisch mit kräftigen Saucen. Aber sie sind auch harmonische Begleiter für Fischgerichte, besonders zu rohem und eher fettreichen Fisch, zum Beispiel in Form von Sushi und Sashimi.

 

Der Geschmack von Naturweine wird zum einen durch die Spontangärung geprägt, zum anderen durch den Verzicht auf Schwefel. Es dominieren Aromen, die normalerweise vom Schwefel gebunden würden. Diese untypischen Aromen können als ungewohnt oder als Weinfehler empfunden werden, aber es gibt viele Weinliebhaber die diese Weine lieben. Während ich großer Fan von spontanvergorenen Weinen bin, haben mich von den vielen ungeschwefelten Weinen die ich probiert habe nur sehr wenige überzeugt. Aber angesichts der Geschwindigkeit mit der Bioweine und biodynamische Weine von experimentellen Nischenprodukten zu allgemein anerkannten Spitzenweinen wurden, wird es auch im Bereich der Naturweine eine sehr schnelle Entwicklung geben.

Die Geschichte von Amphorenweinen, Orange Wines und Naturweinen und zukünftige Trends

Die Vergärung von Wein in Amphoren ist die weltweit älteste Form der Weinherstellung und stammt aus Georgien. Diese Herstellung lässt sich bis in die Antike zurückverfolgen und ist somit rund 8000 Jahre alt. Die „moderne“ Weinherstellung in Amphoren finden zunehmend Verbreitung in Italien, Slowenien, Kroatien, Frankreich, Deutschland und Österreich. Vorreiter ist hier eine Handvoll Winzer im Friual in Italien und dem Karst in Slowenien, die Anfang der 2000er Jahre damit begannen, ihre Trauben samt Traubenschale und –stängeln in Tonamphoren in der Erde zu vergären. Seither werden die Namen Josko Gravner, Edi Kante, Stanko Radikon und Nicoló Bensa mit bernsteinfarbenen Amphorenweinen in Verbindung gebracht. Weinjournalisten, Sommeliers und Kritiker streiten sich um die richtige Herstellung und den Geschmack der Orange- , Amphoren- und Naturweine. Das Fazit des ehemaligen Sommeliers des Münchner Sterne-Restaurants Tantris, Justin Leone, lautet: „Orange Wines aus dem Elsass, der Rhone oder Dänemark unterscheiden sich geschmacklich kaum. Schmecken alle gleich – nach verrotteter Erde und Sauerkraut.“ Jedoch tauchen neben Rot-, Weiß- und Roséweinen mittlerweile auch Orange Weine auf Weinkarten von Spitzengastronomen auf. Noch sind diese Weine als Nischenprodukt vertreten, obwohl sich der Absatz in der Spitzengastronomie sehr positiv entwickelt.

 

Eine Hürde für die Weine ist ihre Bezeichnung als Landwein. Auf Grund der oft sorten- und gebietsuntypischen Weine, die zum Teil auch noch Trübungen aufweisen, müssen die Weine als Landwein vermarket werden, da sie keine amtliche Prüfnummer erhalten.

 

Auch die Entstehung des Naturweines ist nicht klar zurückzuverfolgen, aber es ist ein deutlicher jüngerer Trend als die Orange Wines. In Frankreich und Italien entstand die Bewegung für Naturweine Anfang der Neunziger Jahre, mittlerweile werden Naturweine aber auch in Slowenien, Österreich, Deutschland und Spanien hergestellt. Viele Winzer sehen im Naturwein eine alternative für Menschen, die Sulfite nicht vertragen und werben mit „Wein für Allergiker“. Als Naturwein-Visionär gilt der Weinproduzent und Négociant Jules Chauvet aus dem Burgund. Chauvet war Chemiker und ein begnadeter Weinexperte, der sich für die Naturbelassenheit von Weinen stark gemacht hat.

 

Eine spannende Frage ist auch: Welche Rebsorten eignen sich überhaupt für die Herstellung eines maischevergorenen Orange Wines oder Naturweines?

 

DIE Rebsorte gibt es nicht, denn der Wein verliert durch die Gärung mit Traubenkernen, -stielen und –haut größtenteils seinen rebsortentypischen Charakter. Daher liegt es ganz am Winzer, welche Rebsorte er verwendet: Von Riesling über Silvaner hin zu einem Grau- oder Weißburgunder. Das Gleiche gilt auch für Amphorenweine, hier kann der Winzer frei aus seinem Traubensortiment wählen. Allerdings behalten aromatische Weine wie Gewürztraminer und Sauvignon Blanc noch am ehesten ihren rebsortentypischen Geschmack.

 

Da die Herstellung der Naturweine eine Philosophie der Weinherstellung darstellt und unter anderem eine Minimierung der Weinzusatzstoffe bedeutet, ist diese Herstellungsart auf jede Rebsorte anwendbar. Also gibt es auch hier keine spezifischen Rebsorten, die sich besonders gut für Naturweine eignen.

Da es sich bei Orange Wines, Naturweinen und Amphorenweinen um recht neue Trends handelt, die momentan aber viel diskutiert werden, würde ich mich sehr über Eure Kommentare zu dem Thema freuen. Dieser Artikel kommt größtenteils noch ohne Fotos aus, weil ich keine guten Fotos von Naturweinen, Orange Wines und Amphorenweinen habe – jeder der passende Fotos hat, darf sie mir gerne schicken.


0 Kommentare

Der Winzerkalender: April

Mit dem Beginn des Aprils ist auch der Frühling im Weinberg angekommen. April kommt vom lateinischen Wort aperire: öffnen. Es ist auch für die Rebe der Monat, in dem sich die Knospen und die Blätter öffnen und anfangen an sich zu entfalten. Mit großen Schritten geht es jetzt ins das Wachstum der Rebe, den Trieben und Blättern. Im Blogbeitrag Winzerkalender März habt ihr ja erfahren dass die Rebe durch das Anbinden in eine vom Winzer bestimmte Form gebracht wird. Dieser Form folgen die neuen Triebe die in den nächsten Wochen in den Drahtrahmen nach oben wachsen werden. In diesem Zeitraum spielt die Ernährung, also die Zufuhr von Nährstoffen eine wichtige Rolle.

Die besten Weine wachsen auf kargen Böden

Viele denken, dass die besten Weine auf fruchtbaren Böden wachsen. In diesem Blogbeitrag möchte ich Euch erklären, dass dies nicht der Fall ist und Euch die Hintergründe der Düngung im Weinberg näherbringen.

Der Weinbau ist eine Form der Landwirtschaft und wird als Dauerkultur bezeichnet. Das heißt, die Reben stehen in der heutigen Zeit bis zu 40-50 Jahre am gleichen Fleck und brauchen dementsprechend Nährstoffe um weiter gedeihen und vor allem qualitativ hochwertige Trauben produzieren zu können. Diese Nährstoffe nimmt die Rebe aus dem Boden auf und ‚verbraucht‘ sie schrittweise. Die Winzer ergänzen sie wieder durch Düngung des Bodens. Jedoch ist hierbei das Motto ‚Viel hilft viel‘ fehl am Platz.

 

Die Rebe ist eine Kletterpflanze und würde ohne Reberziehung an Bäumen emporranken um möglichst viel Licht zu erhalten. Diese Triebkraft in die Höhe wird im kultivierten Weinbau, wie man ihn heutzutage kennt, durch den Rebschnitt und die Erziehungsform unterdrückt. Einige der Erziehungsformen konntet ihr im letzten Blog kennenlernt. Mit Hilfe der Erziehungsform wird die Rebe dahin gebracht, ihre Energie nicht primär in das Wachstum, sondern wie gewünscht in die Trauben zu lenken. Dieser Effekt wird durch eine gesteuerte, knappe Nährstoff- und Wasserversorgung gefördert. Die Regulierung und Beeinflussung der Qualität der Trauben werde ich euch in einem späteren Blog erläutern.

Erst Ende April wird zum ersten Mal gedüngt

Heute geht es erst einmal um die Düngung im Frühjahr, die Frühjahrsdüngung. Meist wird die Notwendigkeit der Düngung mit Hilfe von Bodenanalysen bestimmt. Hierbei wird die Nähstoffversorgung im Boden gemessen und Defizite von Nährstoffen herausgestellt. Diese Defizite kann der Winzer dann behandeln und mit einer gezielten Düngung beheben. Jedoch steht der Fokus auf einer gezielten und moderaten Düngung. Denn wenn ein Überschuss an Nährstoffen und Wasser vorhanden ist, denk sich die Rebe „in der oberen Bodenschicht sind genügend Nährstoffe und Wasser vorhanden, da brauche ich keine tiefen Wurzeln auszubilden“. Was die Rebe freut, ärgert jedoch den Winzer, denn dieser möchte, dass die Rebe tiefe Wurzeln schlägt. Denn in den tieferen Bodenschichten kann die Rebe vielfältige Mineralstoffe und Spurenelemente aufnehmen, die wiederum zu komplexen Aromen im Wein führen. Wenn man sich also in der Weinwelt umschaut, findet man die besten Weine eher auf kargen und oft steinigen Böden. Fruchtbare Böden werden meinst mit einjährigen Kulturen bepflanzt, wie zum Beispiel Gemüse oder Getreide. Denn zum Beispiel der Anbau von Kartoffeln würden auf den mit groben Schieferfragmenten bedeckten und durchsetzten Böden des Moseltals oder auf dem stark mit Kieselschotter durchmischten Untergrund im Bordeaux ohne Erfolg bleiben.

Gedüngt wird übrigens auch auf biologischen und biodynamischen Weinbergen. Allerdings werden dort rein natürliche Dünger eingesetzt, insbesondere Kompost. Dazu mehr in einem späteren Blogartikel.

 

Der Zeitpunkt der Düngung hängt von verschieden Aspekten ab. An erster Stelle spielt das Wetter eine wichtige Rolle: die Temperatur und der Niederschlag geben der Rebe Signale, aus dem Winterschlaf zu erwachen und mit der Entwicklung von Blättern zu beginnen. Hierzu braucht die Rebe noch keine großen Mengen an Nährstoffen. Diese werden erst bei der Bildung der Blüte benötigt, aus der sich später die Trauben entwickeln. Daher entnimmt die Rebe erst im Mai nennenswerte Stickstoffmengen aus dem Boden, eine Düngung wird also erst gegen Ende April notwendig.

Verschiedene Arten der Düngung

Die Aufnahme und Abgabe von Nährstoffen innerhalb eines Rebjahres kann als Kreislauf dargestellt werden (Abb. 1). Dieser Nährstoffkreislauf sollte weitestgehend geschlossen bleiben. Die Rebe verliert im Laufe des Jahres Nährstoffe hauptsächlich durch die Ernte der Trauben, aber auch durch Verlust im Boden wie Auswaschung oder Erosion. Um diesen Verlust zu begleichen gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Nährstoffe der Rebe wieder zurückzugeben. Je nach Philosophie des Winzers variieren die Schwerpunkte der Düngung im Weinberg.

Zugabe von Nährstoffen

Das Nährstoffangebot im Boden aus natürlicher Nachlieferung (Lösung von Mineralstoffen im Boden aus tieferen Bodenschichten, Nährstoffe die im Wasser gelöst sind und von ihm transportiert werden und Nährstoffe die aus Blättern und Zweigen der Reben zurückgewonnen werden) ist auf Dauer nicht ausreichend, weil die Rebe mehr Nährstoffe entzieht, als nachgeliefert werden. Um die Rebe langfristig mit den notwenigen Nährstoffen zu versorgen und optimale Erträge zu erzielen, können dem Boden durch Düngung Nährstoffe zugeführt werden. Die Hauptbestandteile dieser Dünger sind Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K), sie werden deswegen auch als NPK-Dünger bezeichnet. Die Menge an Dünger sollte durch vorherige Bodenuntersuchungen gezielt an den Bedarf angepasst werden. Alle fünf Jahre sollte der Boden analysiert werden, denn es ist wichtig als Winzer seinen Boden zu kennen.

Begrünung

Als Begrünung wird die Bepflanzung der Rebzeilen mit einjährigen oder mehrjährigen Pflanzen bezeichnet. Eine Begrünung der Rebzeilen hat mehrere Ziele:

  • Bessere Befahrbarkeit der Rebzeilen mit Maschinen
  • Erosionsschutz
  • Förderung der Bodenfruchtbarkeit und Bodenleben
  • Förderung der Artenvielfalt
  • Humusproduktion vor Ort
  • Zufuhr von Stickstoff und anderen Nährstoffen nach Einarbeitung der Pflanzen in den Boden

Jeder Winzer folgt einer anderen Philosophie, welche Begrünung er aussät, ob er jede Zeile begrünt oder nur jede zweite und wie lange er die Begrünung stehen lässt. Die Unterschiede zwischen den Philosophien sind bei einem Besuch in den Weinbergen klar erkennbar.

Ernterückstände und Schnittholz

Auch wenn die Entnahme von Nährstoffen durch die Traubenernte den größten Entzug darstellt, können Teile dieses Verlustes wieder dem Boden und somit der Rebe zurückgegeben werden. Viele Winzer bringen die Rebstängel, die nach der Entrappung übrigbleiben, wieder zurück in den Weinberg. Nach der Ernte wird der Saft aus den Trauben gepresst und dieser Saft vergoren. Die übrigen Traubenschalen und –stängel können zurück in den Weinberg gebracht werden. Bei Rotwein wird meinst die gesamte Traube gepresst und dann mit Schalen und Kernen vergoren. Dieser sogenannte Weintrester kann ebenfalls als Düngung verwendet und somit dem Weinberg zurückgegeben werden.

 

Ein weiterer wertvoller Dünger ist der Hefetrub: Die dem Traubenmost zugesetzte Hefe stirbt nach getaner Arbeit ab und bildet den Hefetrub. Diese verschiedenen „Abfälle“ werden dann, wenn im Weinberg ausgebracht, im Boden mineralisiert und die Nährstoffe wieder für die Rebe zur Verfügung gestellt. Alle die den genauen Ablauf der Vinifizierung von Rot- und Weißweinen noch nicht genau kennen, müssen sich noch etwas gedulden. Was genau im Keller mit den geernteten Trauben passiert, werde ich euch in einem Blog im Herbst näherbringen.

Zur Rückgabe von Nährstoffen an den Weinbergsboden kommt es auch beim Rebschnitt. Das geschnittene Rebholz verbleibt in der Rebanlage und die Nährstoffe werden durch Mineralisation ebenfalls wieder dem Boden zurückgeführt. Früher wurde das Schnittholz aus dem Weinberg entfernt und anschließend verbrannt, um mögliche Schädlinge abzutöten. Heute hingegen wird das Rebholz durch Häckseln zerkleinert, verbleibt in den Rebzeilen und die Nährstoffe im Holz werden so dem Boden zurückgegeben. Gerade Anfang April sieht man noch viele abgeschnittene Rebzweige in den Rebgassen liegen. Vielleicht seht ihr beim nächsten Frühlingsspaziergang einige im Weinberg. Später im Jahr leisten die im Herbst abfallenden Blätter eine weitere Zufuhr an Nährstoffen. Die Blätter werden nicht wie in den Hausgärten zusammen gerächt und weggebracht, sondern sie fallen auf den Boden der Rebanlage und werden dort im Laufe des Herbsts zersetzt.

Diese drei Düngemaßnahmen können in verschieden Variationen durchgeführt werden und jeder Winzer entscheidet anders, was für seine Reben und den Boden das Beste ist. Grundsätzlich sollte der Boden die notwenigen Nährstoffe für die Entwicklung von Trieben, Blättern und Trauben, dem jahreszeitlichen Bedarf entsprechend, bereitstellen. Die Bodenpflege und Düngung dienen hierbei nur als Steuerungs- und Ergänzungsmaßnahmen.


0 Kommentare

Welcher Wein ist hochwertiger: Eine Cuvée oder ein Wein aus nur einer Rebsorte?

Immer wieder werde ich bei Weinseminaren gefragt, ob eine Weincuvée minderwertiger ist als ein Wein aus nur einer Rebsorte, oder ob es anders herum ist. Wie bei so vielen Fragen fällt es mir schwer, darauf eine Antwort in einem Satz zu geben. Daher möchte ich diesen Blogbeitrag nutzen, um etwas ausführlicher auf das Thema einzugehen.

 

Früher waren die meisten Weine Cuvées, also eine Mischung aus verschiedenen Rebsorten. Einerseits wussten viele Winzer vor einigen Jahrhunderten gar nicht was für Rebsorten auf ihren Weinbergen standen. Auf demselben Weinberg wuchsen oft verschiedenste Rebsorten gemischt im selben Weinberg. Bei einigen Rebsorten ermöglichte erst die moderne Genetik, die unterschiedlichen Rebsorten auseinanderzuhalten.

Andererseits war die Kombination verschiedener Rebsorten in einem Wein auch eine gute Absicherung gegen wechselnde Wetterverhältnisse. Rebsorten werden zu unterschiedlichen Zeitpunkten reif, brauchen verschiedene Mengen an Sonneneinstrahlung und unterscheiden sich in der Anfälligkeit für Pilz- und andere Krankheiten. Je nachdem ob es ein kühles, regenreiches, sonniges oder warmes Jahr ist, werden unterschiedliche Rebsorten reif. Wenn man verschieden Rebsorten in seinen Weinbergen stehen hat, wird zumindest ein Teil dieser Rebsorten reif, während andere verfaulen, zu früh reifen oder unreif bleiben. Daher haben sich in Regionen die sehr wetteranfällig sind, wie Bordeaux, die Weine aus verschiedenen Jahrgängen früher wesentlich stärker voneinander unterschieden, nicht nur im Geschmack, sondern auch in der Zusammensetzung der Rebsorten.

In Regionen in denen Cuvées eine große Tradition haben ist man auch überzeugt, dass sich durch die Kombination von verschiedenen Rebsorten komplexere und harmonischere Weine erzeugen lassen. Eine gute Cuvée soll ein Gesamtkunstwerk sein, bei dem das Ganze mehr ist als die Summe der einzelnen Teile. In Bordeaux ist beispielsweise die Rebsorte Cabernet Sauvignon für die Tannine und Struktur des Weines zuständig, der Merlot für den Alkohol und ein weicheres Mundgefühl des Weines, während der Cabernet Franc vor allem Fruchtaromen und weiche Tannine beisteuert.

Es gibt auch einen wichtigen wirtschaftlichen Grund, warum viele Kellereien Cuvées herstellen: durch Zugabe von nur 15% Riesling zu einem Müller-Thurgau oder von 15% Spätburgunder zu einem Dornfelder, kann man den Wein deutlich aufwerten, ohne allzu viel von der teureren Rebsorte verwendet zu haben. Dies spielt insbesondere bei günstigeren Massenweine eine zentrale Rolle. In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig zu wissen, dass selbst wenn eine Rebsorte auf dem Etikett steht, diese nicht zu 100% enthalten sein muss. Bei Weinen von geringerer Qualität – Weine die nicht mindestens Qualitätsweine (Deutschland), AOP oder AOC Weine (Frankreich), DOC oder DOCG Weine (Italien) beziehungsweise DO oder DOCa (Spanien) sind – muss nur 85% von der Rebsorte stammen, die auf dem Etikett angegeben ist. Somit hat man es bei vielen der günstigeren Massenweinen automatisch mit Cuvées zu tun.

In den Regionen wo Weine in der Regel aus nur einer Rebsorte bestehen – Deutschland, Burgund, Piemont – hat sich im Laufe der Zeit eine Rebsorte als die hochwertigere herausgestellt. So sind Weine aus Riesling und Spätburgunder deutlich hochwertiger und teuer, als Weine aus Müller-Thurgau und Dornfelder. In Deutschland war die Entwicklung hin zum Riesling historisch vor allem dadurch bedingt, dass Weine aus Rieslingtrauben deutlich hochwertiger waren als jene aus dem weißen Heunisch, der im Mittelalter die meistgepflanzte Rebsorte in Deutschland war. Um den Winzern das wirtschaftliche Überleben zu erleichtern – und um von höheren Steuern zu profitieren – verabschiedeten viele Fürsten und Grafen in den Weinregionen Erlasse, dass alte Reben herauszureißen und mit neuen Rieslingreben zu ersetzen sind. Der Herrscher des Ahrtals war ein großes Fan der Spätburgundertraube, daher hat er die Weinberge im Ahrtal mit dieser Rebsorte bestücken lassen.

Streng genommen sind aber auch Weine aus nur einer Rebsorte eine Cuvée: Auch bei einem ‚reinen‘ Riesling werden in der Regel Weine von verschiedenen Weinbergen verschnitten, die jeweils unterschiedlich schmecken und somit zur Komplexität und Vielfalt des Weines beitragen. Einige Winzer kombinieren auch Weine von derselben Rebsorte, die im Keller unterschiedlich behandelt wurden. So wird bei Weißweinen mittlerweile oft ein kleiner Teil von in Holztanks gelagertem Wein zum Wein der im Edelstahltank gereift ist hinzugegeben. Dadurch gewinnt der Wein und Kraft und Komplexität, ohne dass zu intensive Holznoten im Wein wahrnehmbar sind. Selbst Weine die aus demselben Weinberg beziehungsweise derselben Lage stammen, aber in verschiedenen Holzfässern lagern, entwickeln sich unterschiedlich und werden am Ende der Reifung wieder zu einem harmonischen Wein zusammengefügt. Wenn es sich um Weine aus derselben Rebsorte handelt, werden diese Weine aber nicht als Cuvée bezeichnet.

Ob in einer Region eher Cuvées oder reinsortige Weine dominieren ist in erster Linie eine Frage der Weinbautradition. Daher möchte ich nachfolgend einen Überblick über die wichtigsten Weincuvées geben:

In Frankreich spielen Weincuvées eine zentrale Rolle

Die wohl bekanntesten Weincuvées der Welt stammen aus Bordeaux. Aufgrund des oft feuchten und kühlen Wetters und der Gefahr von Spätfrösten im Frühling wurden hier traditionell viele verschiedene Rebsorten angepflanzt. So kann man sichergehen, dass man in jedem Jahr genügend reife Trauben erntet. Mittlerweile spielen Merlot und Cabernet Sauvignon, sowie mit etwas Abstand Cabernet France die wichtigste Rolle. Auf der linken Seite des Garonne und des Gironde Flusses gibt es viele Kieselsteine im Boden, die lange Zeit die Wärme halten können. Daher dominiert hier die spät reifende Rebsorte Cabernet Sauvignon. Auf der rechten Seite der Dordogne, wo vor allem kühlere Lehmböden vorkommen, spielt der früher reifende Merlot die wichtigste Rolle, sowie Cabernet France. Weitere Rebsorten die in roten Bordeaux Cuvées zu finden sind, sind Petit Verdot, Malbec und Carménère. Bei weißen Bordeaux Cuvées spielen Sauvignon Blanc und Sémillon eine wichtigste Rolle, manchmal enthalten sie auch Muscadelle, Ugni Blanc oder Colombard Trauben. Die Assemblage, also die Vermählung der verschiedenen Rebsorten zu einer Cuvée spielt eine enorm wichtige Rolle in den großen Châteaus. Da die Weine aus den jeweiligen Trauben jedes Jahr anders schmecken, ändert sich der Anteil der einzelnen Rebsorten bei den meisten Weingütern von Jahrgang zu Jahrgang. Die richtige Balance zu finden, ist eine der größten Herausforderungen für den Kellermeister.

Die zweite französische Weinregion in der Cuvées eine essentielle Rolle spielen ist das südliche Rhônetal. Zwar ist diese Region weniger anfällig für Wetterkapriolen wie das Bordeaux, trotzdem werden hier traditionell viele verschiedene Rebsorten verwendet. In den meisten Unterregionen der Rhône sind sogar 13 verschiedene Rebsorten zugelassen. Die wichtigste Rolle spielen Syrah und Grenache, weitere relevante Rebsorten sind Mourvèdre, Carignan und Cinsault. Eine Besonderheit der Rhône ist, dass in vielen Weinbauregionen die Rotweincuvées bis zu 20% aus der weißen Rebsorte Viognier bestehen dürfen, die dem Wein dann eine leicht parfumartige Note verleiht. Bei den Weißweincuvées werden neben Viognier die Rebsorten Grenache Blanc, Clairette Blanche, Marsanne und Roussanne verwendet.

Im Vergleich zu den anderen wichtigen Weinbauregionen Frankreichs werden im Burgund weniger Cuvées hergestellt. Hier dominieren reinsortige Weine aus Spätburgunder und Chardonnay, darüber hinaus gibt es Rotweine aus Gamay und Weißweine aus Aligoté Trauben. Bei den günstigeren Weinen findet man aber auch Cuvées aus Gamay und Spätburgunder.

 

Auch an der Loire spielen Cuvées eine geringe Rolle als in Bordeaux und an der Rhône, aber sie kommen durchaus vor. Die häufigsten Weine an der Loire sind reine Weißweine aus Sauvignon Blanc, Chenin Blanc und Melon Blanc (Muscadet) sowie Rotweine von Cabernet Franc Reben. Aber man findet auch durchaus Weißweincuvées aus Sauvignon Blanc und Chenin Blanc Trauben.

 

In den zahlreichen anderen Weinbauregionen Frankreichs spielten historisch Cuvées aus verschiedenen autochthonen – also in dieser Region heimischen Rebsorten – eine wichtige Rolle. Der Trend, insbesondere bei günstigen Massenweinen aus Pays d’Oc und anderen Regionen im Süden Frankreichs, geht in Richtung sortenreiner Weine aus den bekannten Rebsorten Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah, Chardonnay und Sauvignon Blanc. Der Grund dafür ist wohl, dass sich mehr Kunden unter einer bekannten Rebsorte etwas vorstellen können, als unter einer Weinanbauregion.

Die Bedeutung von Cuvées in Italien ist hoch, sinkt aber

In den unzähligen italienischen Weinregionen gibt es sehr viele verschiedene Rebsorten die zum Einsatz kommen. Traditionell sind die meisten Weine Cuvées, aber wie in den meisten Weinregionen weltweit geht der Trend zu mehr sortenreinen Weinen und zu mehr international bekannten Rebsorten, die insbesondere für den Export eine steigende Rolle spielen.

In der Toskana, vor allem bekannt durch Chianti, Chianti Classico und Brunello di Montalcino, spielt die Rebsorte Sangiovese eine zentrale Rolle. Während die Brunello zu 100% aus Sangiovese bestehen müssen, sind die meisten Chianti und Chianti Classico Cuvées, denn der Anteil des Sangiovese muss nur 70% betragen. Der Rest des Weines setzt sich in der Regel aus mindestens 3 anderen autochthonen oder internationalen Rebsorten zusammen, wie Cannaiolo Nero, Colorino und Ciliegiolo sowie Cabernet Sauvignon und Merlot. Es dürfen aber auch bis zu 10% weiße Rebsorten in die Cuvée einfließen, vor allem aus Trebbiano oder Malvasia Trauben.

 

Im Piemont im Nordosten Italiens spielen sortenreine Weine die mit Abstand wichtigste Rolle, und das nicht erst seit kurzem. Der weiße Asti besteht zu 100% aus Muskateller Trauben, der Gavi zu 100% aus Cortese (weiß), der Barolo und der Barbaresco zu 100% aus Nebbiolo und der Dolcetto d’Alba zu 100% aus Dolcetto. Lediglich beim Barbera d’Asti müssen lediglich 85% des Weines aus Barbera Trauben bestehen, die restlichen 15% dürfen sich aus Freisa, Grignolino und Dolcetto Trauben zusammensetzen. Es ist schwer zu beantworten, warum Cuvées hier eine deutlich geringere Rolle spielen als im Rest Italiens. Vermutlich liegt es daran, dass Barolo Weine aus reinen Nebbiolo Trauben in der Mitte des 19. Jahrhunderts zu den Lieblingsweinen des Königshauses Savoyen und als ‚Wein der Könige und König der Weine‘ in der ganzen Welt bekannt und beliebt wurde. Der reine, unverfälschte Geschmack einer Rebsorte wurde damit im Piemont zu einem wichtigen Qualitätsmerkmal. Der Barbaressco folgte als reiner Nebbiolo Wein, während für andere Anlässe oder Geschmäcker die Dolcetto, Barbera, Asti und Gavi Weine beliebt waren.

 

Die bekanntesten Weine aus dem Nordosten Italiens – Venetien, Trentino, Südtirol, Friaul – sind Weißweine, obwohl auch Rotweine eine wichtige Rolle spielen. Historisch waren auch hier die allermeisten Weine Cuvées. Sehr hochwertige Weißweincuvées, die in Deutschland kaum bekannt sind, sind die Collio Bianco Weine aus dem östlichen Friaul. Die Winzer dürfen hier aus 12 Rebsorten wählen und müssen die Zusammensetzung nicht auf dem Etikett angeben. Jeder Winzer kann dabei seine eigene Vorstellung eines idealen Weißweines umsetzen. Der Kunde muss sich aber dem Winzer anvertrauen: wie der Wein schmeckt wird er kaum Anhand des Etiketts feststellen. Bei einem sortenreinen Sauvignon Blanc aus dem Friaul kann er demgegenüber eine recht klare Vorstellung des Geschmacks haben. Dies ist wohl auch der wichtigste Grund, warum im gesamten Nordosten ein starker Trend hin zu reinsortigen Weinen zu beobachten ist. Bei den Weißweinen spielen im Südtirol Weißburgunder, Riesling, Gewürztraminer, Grauburgunder und Chardonnay eine zentrale Rolle, in Trentino vor allem Grauburgunder, immer öfter aber auch Sauvignon Blanc und Chardonnay, im Friaul Grauburgunder und Friulano, in Venetien ist es vor allem der Garganega, aus dem der beliebte Soave Wein zu 100% bestehen muss. Bei den Rotweinen spielen Cuvées noch eine größere Rolle. Die Rebsorten die in die Cuvées des Nordostens Italiens eingehen sind größtenteils autochthone Rebsorten, die in Deutschland wenig bekannt sind, wie Schiava, Lagrein, Teroldego, Marzemino, Corvinone, Rondinella und Molinara, aber auch internationale Rebsorten wie Merlot, Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc.

Im Süden Italiens, vor allem in Sizilien, Kalabrien, Apulien und Kampanien, spielen vor allem autochthone Rebsorten eine zentrale Rolle, in der Regel kombiniert in Rotweincuvées. In Apulien spielt der Castel del Monte eine wichtige Rolle, in Kalabrien Gaglioppo, Nero d’Avola, Barbera und internationale Rebsorten, in Kampanien Aglianico, Barbera und Sangiovese und in Sizilien Nero d’Avola, Syrah, Merlot und Cabernet Sauvignon. Als rebsortenreine Weine erfreuen sich vor allem Primitivo in Apulien und Nero d’Avola in Sizilien, immer mehr auch Cabernet Sauvignon, Syrah und Merlot in Sizilien steigender Beliebtheit. Der Marktanteil dieser rebsortenreinen Weine wird wohl insbesondere in Sizilien – Italiens größtem Weinanbaugebiet – weiter wachsen.

 

Weincuvées in Spanien und Portugal

In Spanien gilt der Tempranillo als hochwertigste und edelste Rebsorte. Zwar findet man immer mehr rebsortenreine Tempranillo aus Ribera del Duero, Rueda und La Mancha. Aber die meisten, bedeutendsten und bekanntesten Rotweine aus Tempranillo Trauben sind Cuvées, in denen auch andere Rebsorten eine wichtige Rolle spielen. Allen voran gilt dies für Rioja, wo die meisten Weine neben Tempranillo auch Garnacha, Mazuelo und Graciano Trauben enthalten. Viele traditionelle Cuvées in anderen Regionen Spaniens enthalten neben Tempranillo Trauben auch Garnacha, Monastrell, Graciano, Carignan und Menciá. Bei Weißweinen spielen der Verdejo und der Albarino eine wichtige Rolle, beide findet man sowohl als reinsortige Weine, als auch in Cuvées mit anderen der 170 in Spanien zugelassenen Rebsorten. Aber auch in Spanien steigt die Bedeutung von rebsortenreinen Weinen aus den internationalen Rebsorten, allen voran Cabernet Sauvignon, Merlot, Sauvignon Blanc und Chardonnay.

 

Portugal dagegen sträubt sich bisher sehr erfolgreich gegen den Trend den Weinbau auf wenige internationale Rebsorten zu begrenzen und Weine nur noch rebsortenrein auszubauen. Es gibt wohl kein Weinland, in dem Cuvées aus verschiedenen autochthonen Rebsorten eine so wichtige Rolle spielen wie in Portugal. Es gibt über 500 autochthone Rebsorten, von denen viele nach wie vor eine große Bedeutung für die regionalen Weine spielen. Die wichtigsten roten Rebsorten sind Touriga Nacional, Touriga Francesca, Tinta Roriz, Baga, Castelao, Alfrocheiro, Trincadeira, Jaen, Tinta Cao und Tinta Barroca. Da viele Winzer gar nicht wissen, wie hoch der Anteil der einzelnen Rebsorten ist, gibt es keine genauen Statistiken. Nicht hilfreich in dieser Hinsicht ist, dass auf einzelnen Weinbergen immer noch verschiedene Rebsorten durcheinander gemischt stehen, was auch die Pflege der Reben und die Ernte nicht vereinfacht. Während der Weinbau in Portugal in einem großen Umbruch begriffen ist und modernisiert wird, werden die Cuvées aus autochthonen Rebsorten nicht aufgegeben, sondern zu noch hochwertigeren Weinen ausgebaut und international vermarktet. Auch die meisten Weißweine sind Cuvées aus verschiedenen Rebsorten. Das wohl bekannteste Beispiel ist Vino Verde, der unter anderem aus Verdejo Trauben gekeltert wird.

In der neuen Welt dominieren rebsortenreine Weine

In den USA, Argentinien, Chile, Südafrika, Australien und Neuseeland, allgemein auch als Neue Welt bezeichnet, dominieren Weine aus nur einer Rebsorte. Im Gegensatz zu den Weinen Europas – der Alten Welt – haben sich hier nur wenige bekannte Weinbauregionen herausgebildet, die für eine bestimmte Rebsorte oder für eine Kombination von Rebsorten bekannt sind. Daher spielt hier die Angabe der Rebsorte auf dem Etikett eine wesentlich wichtigere Rolle als bei Weinen aus Frankreich, Italien oder Spanien. Selbst bei Cuvées werden in der Regel die Rebsorten angegeben, entweder auf dem vorderen Etikett oder auf dem Rückenetikett. Die häufigsten Cuvées in diesen Ländern sind Weine die Vorbildern der neuen Welt nacheifern, insbesondere sogenannte ‚Bordeaux-Blends‘ aus Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc Trauben.

 

In Deutschland spielen Cuvées eine gernige, aber steigende Rolle

In Deutschland werden die meisten Weine als rebsortenreine Rieslinge, Müller-Thurgau, Grauburgunder, Weißburgunder, Spätburgunder, Dornfelder oder Lemberger verkauft. In den meisten Regionen gibt es aber auch traditionelle Cuvées, zum Beispiel aus Lemberger und Trollinger in Württemberg, aus Riesling, Grauburgunder und Müller-Thurgau in der Pfalz und Rheinhessen oder aus Dornfelder, Portugieser und Spätburgunder Trauben. Insbesondere bei Rotweinen spielen Cuvées eine steigende Rolle, weil sie vom Kunden besser akzeptiert werden als Weißweincuvées. Einerseits werden immer mehr internationale Rebsorten wie Merlot und Cabernet Sauvignon für diese Cuvées verwendet, andererseits spielen auch die etablierten Rebsorten wie Dornfelder, Spätburgunder, Portugieser und Regent nach wie vor eine wichtige Rolle für deutsche Rotweincuvées.

 

Die fünf Geheimnisse bei der Herstellung einer guten Weincuvée

Um besser zu verstehen, was eine gute Weincuvée ausmacht, habe ich Euch nachfolgend 5 wichtige Punkte aufgelistet, auf die Winzer bei der Herstellung von Cuvées achten:

1. Die Zusammenstellung der Cuvée erfolgt erst wenn die einzelnen Weine fertig sind

Die verschiedenen Rebsorten werden auch bei Cuvées getrennt im Weinberg angebaut, zu verschiedenen Zeitpunkte gelesen und voneinander getrennt im Keller behandelt. Jeder Rebsorte, oft auch Weine von verschiedenen Weinbergen gären und reifen separat. Erst wenn die einzelnen Weine aus Sicht des Winzers reif genug sind, macht er sich an das Zusammenstellen einer Cuvée. Dies gilt übrigens auch für die meisten Weine aus nur einer Rebsorte: die Weine von verschiedenen Weinbergen werden erst miteinander verschnitten, nachdem sie separat gereift sind.

 

2. Die Einzelweine müssen miteinander in einem harmonischen Verhältnis stehen

Ein wichtiges Qualitätskriterium eines Weines ist seine Harmonie. Bei guten Weinen ist Alkoholgehalt, Säure, Süße, Fruchtigkeit, Mineralität und die Stärke der Tannine genau aufeinander abgestimmt. Ein süßer Wein ohne Säure würde zum Beispiel flach und langweilig schmecken. Diese Harmonie herzustellen ist bei einer Cuvée oft leichter, als bei einem Wein nur einer Rebsorte: man kann Grundweine mit mehr Säure, stärkeren Tanninen oder mehr Alkohol verwenden, damit das Ergebnis der Cuvée harmonischer wird.

3. Der Kellermeister kann die Schwächen der Rebsorten ausmerzen und ihre Stärken hervorbringen

Das Ziel einer Cuvée ist, dass das Gesamtergebnis besser ist als die Einzelkomponenten. Ein guter Kellermeister nutzt die Stärken der einzelnen Rebsorten um ihre jeweiligen Schwächen auszumerzen. Neben wir das Beispiel der Bordeux-Cuvées: der Cabernet Sauvignon steuert eine kräftige Farbe, viel Tannin und eine gute Struktur zum Wein bei. Reine Cabernet Sauvignon Weine sind aber oft zu bitter, adstringent und wenig fruchtig. Der Merlot mildert die Tannine des Cabernet Sauvignon ab, bringt mehr Alkohol und Körper ein und eine angenehme fruchtige Note. Durch seine Milde müssen Weine mit einem höheren Merlot Anteil nicht so lange reifen, reine Merlot Weine sind aber oft etwas langweilig, eher hell und haben weniger Tannin. Der Cabernet Franc steuert feine Tannine, eine gewisse Würzigkeit und weitere Fruchtaromen bei. Da der Cabernet Franc aber nicht sehr lagerfähig ist, spielt er bei den Super Premiumweinen die Jahrzehnte lagern können kaum eine Rolle.

 

Darüber hinaus kann man die Aromen der verschiedenen Rebsorten kombinieren. Beim Bordeaux-Wein kann der Cabernet Sauvignon Röstaromen, Leder, Lakritze, schwarze Johannisbeere und grüne Paprika in den Wein einbringen, der Merlot bringt weitere Waldbeeren und Noten von Kräutern mit und der Cabernet Franc trägt mit Aromen von Himbeeren, Brombeeren und Veilchen bei.

 

4. Der Winzer muss die Kraft eines jeden Weines verstehen

Bei der Kreation einer Cuvée muss man die einzelnen Grundweine verstehen. Um zum Beispiel der Bordeux-Cuvées zurückzukommen: der Cabernet Sauvignon ist wesentlich kräftiger als der Merlot, sowohl was die Tannine angeht, als auch seine Intensität. Möchte man einen ausgeglichenen Wein erhalten, muss man daher mehr Merlot als Cabernet Sauvignon verwenden. Weitere sehr intensive Rebsorten sind Syrah und Dunkelfelder (letzter wird nur in Cuvées benutzt, da er alleine zu intensiv wäre). Zu den milderen, weicheren Rebsorten, die Cabernet Sauvignon und Syrah abmildern können zählen Merlot, Spätburgunder und gewissermaßen auch Grenache.

5. Der Wein muss sein Terroir repräsentieren

Wer einen Bordeaux, Gigondas, Chianti oder Rioja Wein kauft, weiß recht genau welchen Geschmack er sucht. Daher ist sehr wichtig für jede Weincuvée, dass Sie ihr Terroir gut repräsentieren kann, sprich die ganz besonderen klimatischen Bedingungen, die Böden, die lokale Weinbautradition und damit die für diesen Wein besonderen Aromakombinationen. Ein guter Châteauneuf-du-Pape, der aus bis zu 13 Rebsorten bestehen kann, ist unverwechselbar mit jeder anderen Cuvée. Auch die Bordeux-Weine werden viel kopiert, wurden aber in ihrer Einzigartigkeit nie erreicht. Im besten Fall erzählt jeder Wein eine eigene Geschichte von der Natur und den Menschen, die ihn geprägt haben. Für eine gute Cuvée verbringt der Kellermeister oft tagelang in seinem Keller und probiert unzählige Kombinationen der Grundweine aus, bis er die für diesen Jahrgang beste Cuvée gefunden hat.

Fazit: wie hochwertig und lecker ein Wein ist, hängt nicht von der Zahl der Rebsorten ab, sodern wie er gemacht ist und davon, welchen Wein ich gerne trinke

Entscheidend für einen guten Wein ist die Qualität der Lage, das Klima, die Böden, ob der Winzer die Erträge begrenzt, wie gut er die Weinberge pflegt und wie viel Fingergefühl und Erfahrung der Kellermeister beim Verschnitt der verschiedenen Grundweine hat. Ob der Wein aus einer oder mehreren Rebsorten besteht, ist weniger wichtig. Es gibt zwischen reinsortigen Weinen und Cuvées keine grundsätzlichen qualitativen Unterschiede. Oft sind Cuvées aber komplexer, haben also mehr verschiedene Aromen, während Weine aus nur einer Rebsorte klarer in ihren Aromen sind.

 


0 Kommentare

Der Winzerkalender: März

Willkommen zum zweiten Blogbeitrag in der Reihe ‚ Winzerkalender‘. Mit dem 1. März, als meteorologischer Frühlingsanfang, wird der Frühling eingeläutet und darauf müssen wir uns auch im Weinbau einrichten. Bald werden die ersten Pflanzen anfangen zu sprießen und auch die Rebe erwacht aus ihrem Winterschlaf. Im Februar haben die meisten Winzer den Rebschnitt abgeschlossen, den ich im Blogbeitrag ‚Winzerkalender Februar‘ erklärt habe. Im März folgte der nächste Arbeitsschritt im Weinberg den ich Euch diesen Monat vorstelle: das Binden und Biegen.

Das Biegen und Binden der Rebe

Einzelpfahlerziehung an der Mosel
Einzelpfahlerziehung an der Mosel

Wie wir im letzten Blogbeitrag gelernt haben, werden beim Winterschnitt die meisten Triebe aus dem Vorjahr abgeschnitten und nur 1-2 Triebe bleiben stehen. Ziel ist es, frische Triebe auf dem Zweigen des letzten Jahres zu erhalten, aus denen dann hochwertige und gesunde Trauben wachsen – das Prinzip ‚einjähriges auf zweijähriges Holz‘, dass ich im letzten Blogbeitrag vorgestellt habe. Nach dem Rebschnitt (der auch noch bis zum März dauern kann) werden diese stehengebliebenen Triebe, auch Ruten genannt, auf das Drahtgerüst gebogen und angebunden. Aus diesenTrieben sprießt es dann bald und neue Triebe wachsen in die Höhe. In der Regel werden bei jenen Reben die hohe Erträge bringen sollen, also viel Wein zu durchschnittlichen Qualitäten, zwei Ruten stehen gelassen. Bei Weinbergen auf denen hochwertige Weine gemacht werden sollen, wird in der Regel nur eine Rute stehen gelassen. Im Weinbau gilt, dass die Qualität höher ist, wenn weniger Weintrauben an der Rebe hängt, man spricht von Ertragsreduzierung.

Rebenerziehung 'Trierer Rad' an der Mosel
Rebenerziehung 'Trierer Rad' an der Mosel

Da die Rebe eine rankende Pflanze ist, benötigt sie eine Vorrichtung als Unterstützung. Diesem Zweck dient das Drahtgerüst. Mit dieser Vorrichtung wird die Rebe „erzogen“, das heißt wir geben ihr die Richtung und Art wie sie wächst vor. Je nach Lage des Weinberges, Tradition der Weinbauregion und Philosophie des Winzers wird eine andere Form der Erziehung gewählt. Im Weinbau gibt es viele verschiedene Erziehungssysteme, die auch regionale Hintergründe haben, wie z.B. das Trierer-Rad oder die Moselpfahlerziehung. Diese beiden Erziehungsformen werden bei Neupflanzungen aber nur noch selten verwendet, daher stelle ich euch hier die wichtigsten und aktuellsten Erziehungsformen vor.

1. Spaliererziehung

Abbildung 1: Spaliererziehungsformen: a) Flachbogen, b) Halbbogen, c) Pendelbogen. Quelle: Der Winzer, Müller et. al. (2008)
Abbildung 1: Spaliererziehungsformen: a) Flachbogen, b) Halbbogen, c) Pendelbogen. Quelle: Der Winzer, Müller et. al. (2008)

Die Spaliererziehung ist die meist verbreitete Erziehungsform in Deutschland. Bei dieser Erziehungsform ist die Mechanisierung mit Traktoren und die Durchführung einer maschinellen Lese gut möglich, dadurch wird viel Arbeitszeit gespart. Es werden drei Varianten der Spaliererziehung unterschieden:

 

a) Flachbogen

Bei der Flachbogenerziehung wird die Rute gerade auf dem Draht angebunden (siehe Abbildung 1 a). Dafür ist Fingerspitzengefühl gefragt, denn das Biegen direkt auf den Draht verlangt der Biegekraft der Rute einiges ab. Vorteil dieses Erziehungssystems ist, dass die frischen Triebe die später aus der Rute wachsen, alle ähnlich hoch werden und gleichmäßig wachsen. Wenn die Trauben reifen und geerntet werden, liegen sie alle auf einer Höhe, dadurch wird die Bearbeitung und Lese erleichtert. Der Flachbogen wird vor allem für sehr hochwertige Weine verwendet, da auf den Flachbögen weniger Platz für Triebe ist als auf den Halb- oder Pendelbogen und damit die Erträge sehr niedrig bleiben.

b) Halbbogen

Beim Halbbogen werden die Ruten in einem flachen Halbkreis gebogen, der am Ende relativ gerade ausläuft. Für das Biegen zum Halbbogen müssen zwei Drähte vorhanden sein, die in einem gewissen Abstand übereinanderliegen. Die Rute wird über den oberen auf den unteren Draht hinunter gebogen. Aufgrund der leichten Biegung des Bogens, ist die Bruchgefahr der Rute geringer und die Laubwand der Triebe wird auf Grund der unterschiedlichen Höhe etwas aufgelockert. Die Zone, in der die Trauben sich dann befinden, ist nicht so vollgepackt und Krankheiten haben es etwas schwerer sich auszubreiten.

c) Pendelbogen

Die Erziehungsform zum Pendelbogen ähnelt der des Halbbogens, jedoch ist der Abstand der zwei Drähte, über die der Trieb gebogen wird, größer. Beim Pendelbogen wachsen die frischen Triebe – und somit später auch die Trauben –auf einer unterschiedlichen Höhe. Auch bei dieser Erziehungsform wird die Gefahr von Krankheiten reduziert. Darüber hinaus ermöglicht diese Erziehungsform höhere Erträge, also mehr Wein, führt aber in der Regel zu geringeren Qualitäten.

2. Kordon-Erziehung

Die Erziehung im Kordon-Schnitt ähnelt der Spaliererziehung. Bei dieser Variante wird die Rute ebenfalls an den Draht gebogen, jedoch wird beim Winterrebschnitt diese Rute nicht weggeschnitten, sondern am Draht belassen. Die Rute wird über mehrere Jahre genutzt und wird immer dicker und verholzter.. Um dem wichtigen Prinzip ‚einjähriges Holz auf zweijähriges Holz‘ auch bei mehrere Jahren alten Kordons zu folgen, werden aus Trieben des vorherigen Jahres sehr kurze Sporne stehen gelassen. Die neuen Triebe wachsen aus diesen Spornen, die auf dem über die Jahre gereiften Holz stehen. Diese Erziehungsform wird oft bei stark wüchsigen Rebsorten genutzt (zum Beispiel Müller Thurgau und Dornfelder), da die Kordon-Erziehung die Wuchskraft der Triebe und somit auch der Laubwand minimiert.

3. Minimalschnitterziehung

Die aus Australien stammende Erziehung im Minimalschnitt gewinnt immer mehr an Bedeutung. Bei der Minimalschnitterziehung werden die Triebe kaum gekürzt und nicht angebunden, stattdessen lässt man sich die Rebe selber regulieren. Während die Reben in den ersten Jahren zu viel wachsen und zu viele Trauben ausbilden – was zu Lasten der Qualität geht – reguliert sich das Wachstum nach wenigen Jahren. Durch die Selbstregierung der Rebe kann der Arbeitsaufwand stark reduziert werden. Dieses Erziehungssystem bildet im voll ausgebildeten Zustand eine kompakte „Rebenhecken“ mit vielen recht kleinen Trauben von ordentlicher Qualität aus. Für hochwertige Weine ist die Erziehungsform nicht geeignet, aber sehr wohl für Einstiegsqualitäten. Ihr Vorteil ist, dass fast alle Arbeiten an der Rebe maschinell durchgeführt werden können, auch die Ernte – dadurch werden Kosten gespart. Allerdings ist die Minimalschnitterziehung anfälliger für Rebkrankheiten, insbesondere für Schimmelpilze, und hat insbesondere im feuchten Frühling und Frühsommer 2016 viele Problem verursacht. Bisher wird diese Erziehungsform in Deutschland von einigen Winzern nur probeweise ausprobiert, ob es sich in Deutschland durchsetzen wird ist noch unklar.

 

Jede Erziehungsform hat ihre Vor- und Nachteile und somit gibt es nicht die ideale Erziehungsform. Es gibt Winzer, die verschiedene Erziehungsformen in ihren Weinbergen nutzen. Bei einem Spaziergang durch die Weinberge könnt ihr die Vielfalt an Erziehungssystemen gut beobachten. Schaut euch die Weinberge bei Eurem nächsten Besuch im Weinberg ruhig mal genauer an und berichtet auf diesem Blog, was ihr gefunden habt.


0 Kommentare

DER WINZERKALENDER: FEBRUAR

Dies ist die erste Folge meiner neuen Blog-Serie „Der Winzerkalender“. Ab jetzt werde ich einmal im Monat über die Arbeit der Winzer schreiben. Ich möchte damit meinen Lesern und Seminarteilnehmern einen besseren Überblick geben, was zu welcher Zeit im Weinberg und im Weinkeller passiert. Kommentare und Ergänzungen, gerne auch von Winzern, sind willkommen :-)

 

Auch wenn es im Februar für Winzer etwas ruhiger wird, bleibt genug zu tun. Im Vordergrund stehen vor allem drei Arbeiten: der Winterschnitt der Reben, die Abfüllung von Weinen und Ausbesserungsarbeiten. Darüber hinaus ist der Februar ein Monat in dem sich der Winzer um all das kümmern kann, was den Rest des Jahres liegen bleibt, wie die Pflege von Adressdateien, die Webseite, Weiterbildung und vieles mehr.

Der Winterrebschnitt

Beim Winterrebschnitt handelt es sich um eine der wichtigsten und aufwendigsten Arbeiten im Weinberg. Beim Winterschnitt werden die Äste und Zweige des vorherigen Jahres entfernt. Dabei wird ein Zweig belassen, aus dem im Frühling die Triebe für die diesjährige Ernte wachsen.

 

Um die Relevanz des Winterschnitts zu verstehen, sollte man zwei Grundlagen des Rebenwachstums kennen:

  1. Die meisten und hochwertigsten Trauben erhält der Winzer von frischen Trieben die auf einem Ast aus dem letzten Jahr stehen. Der Winzer sagt dazu „einjähriges auf zweijähriges Holz“. An älteren Ästen und auf frischen Trieben die aus alten Ästen wachsen, findet man nur wenige und minderwertige Trauben.
  2. Je mehr Trauben an einem Rebstock hängen, desto mehr Wein kann pro Pflanze produziert werden, aber desto geringer ist die Qualität.

Der Winterrebschnitt dient dazu, die besten Voraussetzungen für gesunde, starke einjährige Triebe auf zweijährigem Rebholz zu schaffen und die Zahl der Trauben soweit zu reduzieren, dass die gewünschte Weinqualität erreicht werden kann. Konkret bedeutet das für den Winzer, dass er die meisten Triebe des Vorjahres abschneidet, aber ein oder zwei lange Triebe aus dem letzten Jahr am Rebstock belässt – diese werden später an die im Weinberg aufgespannten Drähte gebunden. Aus diesen Trieben wachsen im Frühjahr frische Triebe, an denen jeweils zwei bis drei Trauben hängen werden – an jeder Traube sitzen wiederum 40 – 100 Weinbeeren. Indem der Winzer den hinteren Teil dieser Triebe abschneidet, kann er die Anzahl der Trauben bestimmen: wenn er eine große Weinmenge bei eher durchschnittlicher Qualität erhalten möchte, macht er den Schnitt hinter dem zwölftem „Auge“ – aus jedem Auge wird später ein neuer Trieb aussprießen. Wenn er auf geringe Menge und hohe Qualität setzt, lässt er vielleicht nur vier „Augen“ stehen.

Der Winterrebschnitt dient dazu, die besten Voraussetzungen für gesunde, starke einjährige Triebe auf zweijährigem Rebholz zu schaffen und die Zahl der Trauben soweit zu reduzieren, dass die gewünschte Weinqualität erreicht werden kann. Konkret bedeutet das für den Winzer, dass er die meisten Triebe des Vorjahres abschneidet, aber ein oder zwei lange Triebe aus dem letzten Jahr am Rebstock belässt – diese werden später an die im Weinberg aufgespannten Drähte gebunden. Aus diesen Trieben wachsen im Frühjahr frische Triebe, an denen jeweils zwei bis drei Trauben hängen werden – an jeder Traube sitzen wiederum 40 – 100 Weinbeeren. Indem der Winzer den hinteren Teil dieser Triebe abschneidet, kann er die Anzahl der Trauben bestimmen: wenn er eine große Weinmenge bei eher durchschnittlicher Qualität erhalten möchte, macht er den Schnitt hinter dem zwölftem „Auge“ – aus jedem Auge wird später ein neuer Trieb aussprießen. Wenn er auf geringe Menge und hohe Qualität setzt, lässt er vielleicht nur vier „Augen“ stehen.

Wichtig ist, dass der Winzer neben den längeren Trieben auch ein oder zwei kleine Stummel von Trieben aus dem letzten Jahr übriglässt. Aus diesem Stummel wachsen im Frühling die Triebe, die im nächsten Jahr die Grundlage für frische Triebe werden, sozusagen das “zweijährige Holz“ für das nächste Jahr. Mit dem Winterschnitt legt der Winzer daher die Grundlage für das Wachstum seiner Weinreben in diesem und im nächsten Jahr. Der Rebschnitt ist enorm viel Arbeit und dauert fast so lange wie die Ernte selber. Je nachdem wieviel Triebe im letzten Jahr aus dem Rebstock gewachsen sind, muss der Winzer pro Rebstock fünf bis zwanzig Schnitte machen und dann die abgeschnittenen Triebe aus den Drahtrahmen ziehen. Insbesondere bei Rebsorten, die sich mit ihren Ranken stark um die Drähte wickeln – wie zum Beispiel der Riesling – ist dies eine anstrengende und zeitraubende Arbeit. Nur damit ihr eine Größenordnung bekommt: in der Regel stehen pro Hektar 5.000 – 10.000 Stöcke, bei einem mittelgroßen Weingut von 10 Hektar also 50.000 – 100.000 Stöcke, von denen jeder einzeln bearbeitet werden muss.

Im Gegensatz zum Vorgang der Ernte, gibt es bisher keine Maschinen, die den Winterschnitt für die Winzer übernehmen können und diesen Prozess automatisch durchführen. Lediglich für das Entfernen der alten Triebe setzen manchen Winzern mittlerweile Maschinen ein, aber das anschneiden der Triebe ist so eine komplizierte Arbeit, dass dies bisher nur per Hand erfolgen kann.

 

Es gibt verschiedene Meinungen, wann der Winterrebschnitt durchgeführt werden soll. Der frühstmögliche Zeitraum dafür ist, wenn alle Blätter von der Rebe abgefallen sind, in der Regel im November. Der Rebschnitt muss abgeschlossen sein, bevor die Rebe aus ihrem Winterschlaf erwacht und neue Zweige austreiben. Ein später Rebschnitt, wie jetzt im Februar oder sogar im März, verzögert den Austrieb der ersten Knospen um wenige Wochen. Dadurch haben die Trauben etwas weniger Zeit um bis zum Herbst zu voller Reife zu gelangen, aber sie sind besser gegen Spätfröste geschützt, die oft zu einer wesentlich geringeren Menge an Trauben an der Rebe führen.

 

Da der Winterrebschnitt sehr lange dauert und viele Winzer diesen Prozess ungerne delegieren, sondern lieber selber durchführen, zieht er sich bei großen Weingütern über mehrere Wochen hin.

Die Abfüllung der Weine

Die Abfüllung der fertig gereiften Weine ist der letzte Schritt vor dem Verkauf. Nachdem die Trauben gereift sind, werden sie in Gärtanks gefüllt, wo Hefen den Zucker in Alkohol umwandeln. Nach der Gärung werden sie geklärt, sprich die toten Hefen und andere Stoffe die im fertigen Wein nichts zu suchen haben werden entfernt. Der Wein kann allerdings nicht direkt nach der Gärung abgefüllt werden. Er braucht einige Monate bis er „zur Ruhe kommt“. In dieser Zeit bilden sich neue Aromen, die verschiedenen Aromen werden harmonischer und der Wein gewinnt an Körper und Intensität.

Zeit ist einer der wichtigsten Faktoren für gute Weine. Egal ob Spitzenweine oder Durchschnittsqualitäten: ein Wein braucht viel Zeit um sich zu entwickeln und zu seiner Spitzenform zu finden. Alles was Weine ausmacht sind Resultate biologischer, chemischer und physischer Prozesse, die nicht beschleunigt werden können – zumindest nicht ohne Qualitätsabstriche. Während die französischen Kunden gerne gereifte Weine von ihrem Winzer kaufen – die sie dann nicht mehr lagern, sondern sofort trinken können – stehen in Deutschland viele Kunden im Januar in der Vinothek ihres Winzers des Vertrauens und verlangen die „frischen“ Jahrgänge. Je nach Erntezeitpunkt, Stil des Weines und Rebsorte gibt es zwar auch Weine die schon im November und Dezember abgefüllt werden. Die meisten guten Weine müssen aber wesentlich länger reifen und werden daher vom Winzer erst im Frühling oder Sommer angeboten.

Weine des VDP (Verband Deutscher Prädikatsweingüter) – einem Zusammenschluss vieler der besten deutschen Winzer – dürfen erst ab dem 1. März vermarktet werden. Diese Regel dient dem Ziel, das die Weine nicht zu früh abgefüllt werden, sondern lange genug reifen können. Die Spitzenweißweine des VDP, die Großen Gewächse, dürfen sogar erst ab den 1. September in den Handel kommen, sie müssen also fast 1 Jahr reifen. Die Großes Gewächs Rotweine müssen sogar noch ein weiteres Jahr liegen, da sie mindestens 12 Monate in Holzfässer lagern müssen.

 

Bei der Abfüllung gab es in den letzten Jahren enorme Fortschritte, insbesondere in Bezug auf die Hygiene und die Sterilität. Die heutigen Abfüllanlagen haben nichts mehr mit den Abfüllern vor 20 oder 30 Jahren gemein. In den modernen Anlagen wird der Wein nicht nur einfach abgefüllt, sondern die Flasche wird vorher sterilisiert und es wird Sorge dafür getragen, dass kein Sauerstoff in der Flasche ist. Dies schützt den Wein in der Flasche und ist der Grund dafür, dass es in den letzten Jahren wesentlich weniger Probleme mit Weinfehlern gibt und mit Weinen die „umgekippt“ sind, bevor man die Flasche überhaupt öffnet.

Ausbesserungsarbeiten und andere Aufgaben im Weingut

Nicht zu unterschätzen ist die Arbeit im Weingut, die die Pflege des Fuhrparks, die Instandhaltung der Weinberge und der Papierkram im Büro ausmacht. Ein Weingut muss über eine Vielzahl Traktoren, Anhänger und andere technische Geräte verfügen, die im Winter gewartet und für die neue Saison fit gemacht werden müssen. Viele Winzer sind echte Technikgenies, die alle Geräte selber wieder auf Vordermann bringen und manchmal für ihre spezifischen Anforderungen im Weinberg selber umbauen.

 

Sehr aufwendig ist auch die Instandhaltung im Weinberg, zum Beispiel das Spannen neuer Drähte an denen die Reben entlang ranken können und von Unterstützungspfählen für die Reben. Sobald der letzte Frost vorbei ist, werden auch neue Reben nachgepflanzt, an Stellen wo die Pflanzen abgestorben sind.

 

Zu guter Letzt ist der Februar auch ein Monat, in dem die Winzer, ihre Familie und Mitarbeiter sich um das kümmern, was im Laufe des sehr stressigen Jahres liegen geblieben ist, zum Beispiel Adressdateien verwalten, die Homepage zu aktualisieren, sich weiterzubilden oder die Vinothek zu renovieren. Es soll sogar soweit gehen, dass sich einige Winzer den Luxus erlauben, im Februar den ein oder anderen Tag Urlaub zu nehmen J

 

Dieser erste Blogartikel aus der Serie „Winzerkalender“ soll Euch einen kleinen Einblick in die Welt der Winzer geben. Ich werde diese Serie weiterführen und einmal monatlich schreiben, was in Weinberg und Weinkeller gerade los ist. Ich freue mich über Eure Kommentare und Ergänzungen, oder auch Fragen, wenn einzelne Punkteunklar bleiben.


0 Kommentare

SIND WEINE MIT DREHVERSCHLUß DIE SCHLECHTEREN WEINE?

Die bei meinen Weinseminaren am häufigsten gestellte Frage ist die, ob Weine mit Naturkorken grundsätzlich hochwertiger und Weine mit Drehverschluss schlechter sind. Die kurze Antwort auf die Frage lautet: es kommt darauf an, aber in der Regel werden gute, hochwertige und teure Weine mit Naturkorken verschlossen. Da es in der Welt des Wein wenige schwarz-weiß Antworten gibt, möchte ich in diesem Blogeintrag gerne etwas tiefer in das Thema einsteigen und die Frage differenzierter beantworten.

Die Frage nach dem Verschluss ist für viele Winzer, Weinhändler und Weintrinker eine philosophische, fast religiöse Frage. Es gibt Winzer die grundsätzlich alle ihre Weine mit Naturkorken verschließen, andere schwören auf Plastikkorken, wiederum andere auf Drehverschlüsse. Natürlich investieren auch die Hersteller der verschiedenen Verschlüsse viel in Werbung, Artikel und andere „Überzeugungsarbeit“.

Auf Grundlage vieler Gespräche mit Winzern und Händlern zu dieser Frage ist meine Meinung: bei fruchtigen, frischen und jungen Weinen die innerhalb eines Jahres nach Einkauf getrunken werden, ist ein Drehverschluss die richtige Wahl: er schützt die frischen und fruchtigen Aromen (zum Beispiel eines Sauvignon Blanc), er ist etwas günstiger als Naturkorken und diese Weine würden nicht von den Vorteilen der Korkverschlüsse bei der Reifung profitieren. Wer nicht auf den „Plop“ beim Entfernen des Korkens verzichten möchte, sollte für junge und frische Weinen auf Plastikkorken zurückgreifen.

Für Weine die im Holzfass gereift wurden und längere Zeit im Keller nachreifen können und sollen, ist der Naturkorken die bessere Wahl. Dieser ermöglicht eine langsame und kontrollierte Oxidation des Weines, wodurch die Aromen komplexer und die Tannine weicher werden (mehr dazu weiter unten).

 

Bei deutschen Winzern hat sich in den letzten Jahren die Praxis durchgesetzt Weine bis zu ca. 10€ Verkaufspreis beziehungsweise Orts- und Gutsweine mit Drehverschluss auszustatten und Weine die preislich darüber liegen sowie Lagenweine mit Naturkorken zu verschließen. Glasverschlüsse sind fast ganz vom deutschen Markt verschwunden, weil sie relativ teuer sind und nicht die Vorteile der Naturkorken bei der Reifung aufweisen.

 

Im Endeffekt hat man sowieso fast nie die Wahl, denselben Wein eines Winzers mit Drehverschluss, Plastikkorken oder Naturkorken zu kaufen. Ganz ehrlich würde ich auf einen Wein meines Lieblingswinzers oder eines Winzers der mir empfohlen wurde nicht verzichten, nur weil er den „falschen“ Verschluss hat. Der Winzer kennt seinen Wein gut und denkt sich auch etwas dabei, ob er ihn nun mit einem Dreh- oder Korkverschluss verschließt.

 

Für diejenigen, die das Thema mehr im Detail interessiert, gehe ich hier noch einmal auf weitere Aspekte des Verschlussthemas ein:

Der Vorteil von Naturkorken

Insbesondere für hochwertige Weine spielt die Reifung der Weine eine sehr wichtige Rolle. Zuerst liegen sie einige Monate bis zu einigen Jahren in kleinen oder großen Holzfässern. Dort kommt es zu einer kontrollierten und langsamen Reaktion der Weininhaltstoffe mit Sauerstoff. Die Tannine und andere Phenole im Wein werden dadurch immer langkettiger, was in der sensorischen Wahrnehmung zu reiferen, weicheren und runderen Tanninen führt. Darüber hinaus entstehen neue Aromen und die bestehenden Aromen werden zu einem harmonischeren Gesamtbild zusammengefügt.

Wenn der Wein nach der Abfüllung mit einem Naturkorken verschlossen wird, kommt es in der Flasche zu einem ähnlichen Prozess wie im Eichenholzfass: der Wein reift nach. Zwischen dem Flaschenrand und dem Korken gibt es kleine Hohlräume, durch die Sauerstoff in die Flasche gelangt. Dies passiert langsamer und in kleineren Mengen als im Holzfass, weswegen die empfohlene Flaschenreife bei guten Weinen oft deutlich länger ist als die Reifung im Fass. Das Ergebnis bei der Flaschenreifung ist ähnlich wie bei der Reifung im Holzfass – neue, harmonischere Aromen entstehen und die Tannine werden weicher – nur geschieht dies etwas langsamer und subtiler.

 

Wie gut ein Wein in der Flasche reift, hängt auch von der Qualität des Korks ab. Es gibt Korkverschlüsse von 10 Cent bis zu über einem Euro. Je höher die Qualität des Korkens, desto kontrollierter läuft das Einsickern des Sauerstoffs ab und desto geringer ist die Gefahr des Korkfehlers (mehr dazu weiter unten). Sehr günstige Korken stellen ein hohes Risiko für den Winzer dar und hat wenige Vorteile im Vergleich zum Schraubverschluss.

Naturkorken können aus einem ganzen Stück Kork hergestellt werden, aus recycelten Korkstückchen die zusammengepresst werden (Presskorken) und aus verschiedenen Schichten aus Kork und Kunststoffen. Die höchste Qualität haben reine Naturkorken, diese sind aber natürlich auch entsprechend teuer.

 

Der größte Hersteller für Naturkorken ist übrigens Portugal, vor allem die Region Alentejo, gefolgt von Spanien. Zwar gibt es auch in Frankreich noch viele Korkeichen, aber auf Grund der verhältnismäßig hohen Arbeitskosten, sind Korken aus diesen Ländern weniger konkurrenzfähig.

 

Einen Punkt darf man im Zusammenhang mit Naturkorken nicht verschweigen: die Erwartungen des Kunden. Während man in den USA Weine für 200$ mit Drehverschluss kaufen kann, erwartet der deutsche Kunde, dass ein hochwertiger Wein mit einem guten Naturkorken verschlossen ist. Diesen Erwartungen entsprechen bisher auch die meisten deutschen Winzer.

Das Problem mit Korkfehlern

Der wichtigste Grund warum immer mehr Winzer von Naturkorken auf Alternativen umsteigen ist der Korkschmecker, auch Korkfehler oder einfach „Kork“ genannt. Dabei handelt es sich um einen Weinfehler, der zu einem unangenehmen Geruch von nassem Kork, nasser Pape oder „nassem Hund“ führt, oft auch zu einem bitteren oder adstringentem Geschmack. Der Fehler wird vom chemischen Stoff Trichloranisol (TCA) verursacht, der vor allem entsteht, wenn der Kork im Laufe seiner Verarbeitung mit Chlor in der Luft oder auf den Transportpaletten in Kontakt kommt.

Das größte Problem für den Winzer sind allerdings nicht stark ausgeprägte Korkfehler im Wein: Wenn ein Wein einen deutlich wahrnehmbaren Korkfehler hat, schickt der Kunde den Wein zurück zum Winzer oder zum Händler und erhält ohne große Diskussionen eine neue Flasche. Den Verlust dieser Weinflaschen kann der Winzer und Händler verkraften, er ist sozusagen im System eingepreist. Aber wenn ein Korkfehler nur schwach ausgeprägt ist, nehmen die meisten Kunden ihn nicht als Weinfehler wahr, aber der Wein schmeckt einfach weniger gut. Bei vielen Blindverkostungen wurde gezeigt, dass Weine in ihrer Qualität deutlich schlechter bewertet werden, wenn sie einen leichten Korkfehler haben, auch wenn dieser von den Kunden nicht als Fehler wahrgenommen wird. Dies sind mögliche Stammkunden, die der Winzer oder der Weinhändler nie wiedersehen wird, weil die Kunden eine schlechte Meinung von seinen Weinen haben.

 

Ein Beispiel: ich bekomme von einem guten Freund einen Wein seines Lieblingswinzers empfohlen, ich kaufe eine Flasche und probiere sie zu einem guten Essen. Weil der Wein einen leichten Weinfehler hat, den ich aber nicht als solchen identifiziere, hat er eine schwächere Qualität als er ohne diesen Fehler haben würde. Mir schmeckt der Wein nicht und deswegen werde ich von diesem Winzer nie mehr Wein kaufen, trotz der ausdrücklichen Empfehlung meines Freundes. Hätte der Winzer einen Drehverschluss oder einen Plastikkorken benutzt, wäre ich jetzt vielleicht einer seiner Stammkunden. Auf der anderen Seite wäre bei den Alternativkorken der gereifte Premiumwein von ihm wahrscheinlich weniger harmonisch und komplex. Dies ist in etwa die Abwägung, die ein Winzer treffen muss.

 

Der Korkfehler ist allerdings nicht auf Naturkorken beschränkt. Der chemische Stoff TCA kann auch in den Rohrleitungen im Weinkeller oder in den Fässern stecken und so in den Wein gelangen. Dies ist zwar nur selten der Fall – in den allermeisten Fällen hängt der Korkschmecker auch wirklich mit dem Kork zusammen – aber es kann durchaus passieren. Wenn Sie im Restaurant einen Wein mit Drehverschluss eingeschenkt bekommen, der einen eindeutigen Korkfehler hat, lassen Sie sich nicht davon abhalten, die Flasche als fehlerhaft zurückgehen zu lassen.

 

Wenn Korkstückchen im Wein herumschwimmen hat das nichts mit dem Korkfehler oder Korkschmecker zu tun. Zwar sollte das einem guten Sommelier nicht passieren, aber auf die Qualität des Weines und seinen Geschmack haben Korkstückchen im Wein keinen Einfluss.

Drehverschluss, Plastikkorken und Glaskorken

Die Alternativen zum Naturkorken kommen ohne seine Nachteile aus, verfügen aber auch nicht über seine Vorteile: Drehverschluss, Plastikkorken und Glaskorken verringern die Gefahr vom Korkschmecker enorm, da sich die Chemikalie TCA nur schwer in den Verschlüssen festsetzen kann. Auf der anderen Seite reifen Weine mit den Alternativverschlüssen in der Regel nicht so gut, wie mit Naturkork.

 

Zur Qualität der Reifung von Weinen mit Drehverschlüssen gibt es allerdings sehr verschiedene Meinungen. Da diese Verschlussform in vielen Ländern erst seit wenigen Jahrzehnten im Einsatz sind, gibt es nur wenige Langzeitstudien zu dem Thema. Darüber hinaus sind viele Studien auf die ein oder andere Weise von Herstellern dieser Verschlüsse gesponsert und damit wenig verlässlich. Die meisten Winzer mit denen ich über das Thema gesprochen habe sind der Meinung, dass Weine mit Naturkorken bei längerer Lagerzeit besser reifen, als jene mit Drehverschluss oder Plastikkorken. Es gibt aber auch viele Winzer die der Meinung sind, dass es keinen Unterschied gibt.

Was man definitiv sagen kann ist, dass auch Weine mit Drehverschluss und Naturkorken reifen, allerdings mit deutlich weniger Sauerstoffzufuhr, als das bei Naturkorken der Fall ist. Im Endeffektreifen beide Weine mit den Jahren, aber das Ergebnis ist anders. Wenn man das Glück hat einen 10 jährigen Riesling mit Drehverschluss und den identischen Wein mit Naturkorken zu verkosten, kann man den Unterschied schmecken. Der Wein mit Naturkorken entwickelt eher oxidative Töne die nach vielen Jahren etwas an Sherry erinnern und als „Firne“ bezeichnet werden, oft auch Noten von Waldboden und animalische Noten. Der mit Drehverschluss gereifte Wein behält seine Fruchtigkeit etwas länger, bekommt aber schrittweise auch animalische und kräutrige Noten. Ich selber bevorzuge den Geschmack von Weinen die mit Naturkorken gereift sind, weil ich sie komplexer und harmonischer finde – aber das muss jeder selber entscheiden.

 

Ein wichtiger Vorteil der Alternativverschlüsse ist der Preis. Sie sind günstiger in der Herstellung, als gute Naturkorken, auch wenn die Flasche in der Regel etwas teurer ist. Glaskorken sind dagegen genauso teuer wie ordentliche Naturkorken, ohne ihre Vorteile zu haben. Das ist wohl der Grund, warum sich diese Verschlussform nicht durchgesetzt hat und langsam wieder vom Markt verschwindet.

 

Aus qualitativer Sicht spricht übrigens auch nichts gegen Kronkorken, wie sie bei Bierflaschen verwendet werden. Die meisten Champagner werden während der Hefereifung mit Kronkorken verschlossen – der Naturkorken wird erst nach dem Degorgieren aufgesetzt. Die Qualität der Champagner scheint nicht unter den Kronkorken zu leiden. Es gibt insbesondere in den USA mittlerweile auch einige Weinflaschen die mit Kronkorken verschlossen sind, aber in Deutschland wird sich dieses Konzept auf Dauer nicht durchsetzen, weil Kunden vermuten würden, dass es sich dabei um minderwertigere Weine handelt. Dasselbe gilt auch für Wein in Aluminiumdosen, die in Australien derzeit im Markt getestet werden.

 

In dieser Hinsicht bin auch ich konservativ: bei einem guten Wein gehört für mich das „ploppen“ des Korken und das darin riechen dazu, unabhängig was aus wissenschaftlicher und ökonomischer Sicht gegen das eine und für das andere spricht.

Wie muss ich Flaschen mit Naturkorken und Drehverschluss lagern?

Naturkorken trocknen mit der Zeit aus. Je nach Qualität der Korken werden sie nach 25 – 35 Jahren porös und fangen schrittweise an zu zerbröseln. Sobald das passiert und Sauerstoff unkontrolliert und in großen Mengen an den Wein gelangt, finden eine Menge mikrobakterieller Prozesse statt und der Wein kippt in relativ kurzer Zeit um – er ist dann nicht mehr genießbar. Bei hochwertigen Weinen mit Naturkorken die sehr lange gelagert werden, sollte man spätestens alle 35 Jahre die Korken austauschen. Dafür gibt es spezialisierte Firmen, die das sehr schonend für den Wein durchführen.

Damit der Korken nicht zu schnell austrocknet, sollte man Weinflaschen mit Naturkorken daher liegend lagen. Auf diese Weise bleibt der Korken feucht und trocknet nicht so schnell aus. In den meisten Weinkartons die in Deutschland verkauft werden liegen die Flaschen sowieso, sodass man sich nicht weiter Gedanken machen muss. Auch für Kartons in denen die Weine aufrecht stehen gibt es eine einfache Alternative: man kann die Weine einfach auf den Kopf stellen, auf diese Weise bleibt der Korken auch feucht. Diese Lagerung hat einen weiteren Vorteil: wenn sich Weinstein bildet passiert das auch bei einer auf dem Kopf stehenden Flaschen unten, also direkt auf dem Korken. Wenn man den Korken herauszieht, entfernt man auch gleich einen Großteil des Weinsteines. Diese Art der Weinlagerung habe ich von meinem indischen Winzer Grover Zampa gelernt, der seine Weine grundsätzlich auf diese Weise verschifft und gute Erfahrungen damit gesammelt hat.

 

Lange hieß es, Weine mit Drehverschluss solle man eher stehend lagern. Nach langer Lagerzeit von Weinen mit Drehverschluss können die Weine einen leicht metallischen Geschmack annehmen. Allerdings muss der Wein dafür schon sehr lange liegen und bei den heute verwendeten Drehverschlüssen sollte das eigentlich nicht mehr passieren. Insbesondere da man Weine mit Drehverschluss in der Regel nicht Jahrzehnte lang lagert, kann man diese Weine eigentlich auch liegend lagern.

 

Bei allen Verschlussformen sollte man die Grundregeln der Lagerung beachten:

 

1. Im Dunkeln lagern: im Sonnenlicht verliert Wein sehr schnell seine Farbe und Aromen. Daher ist der Keller ein guter Lagerort. Wenn Weine in der Wohnung gelagert werden sollte man darauf achten, dass sie nicht direkt der Sonne ausgesetzt sind. Man kann sie zum Beispiel in Weinkisten lagern. Früher, als ich noch keinen Keller für meine Weine hatte, habe ich einfach eine Decke über mein Weinregal gelegt: das sieht nicht schön aus, dafür bleibt die Farbe und der Geschmack der Weine erhalten.

 

2. Stabile Temperaturen sind wichtig: Weine sollten nicht wechselnden Temperaturen ausgesetzt sein. Der schlechteste Platz für die Weinlagerung ist die Küche, da es dort sehr oft sehr warm und wieder kühler wird. Wer einen Keller hat sollte die Weine dort lagern, weil die Temperaturen dort im Verlauf des Tages und über das gesamte Jahr gesehen wenigen Temperaturschwankungen ausgesetzt sind. Wer die Weine in der Wohnung lagert, sollte sie möglichst weit von der Heizung entfernt lagern. Ich habe früher viele gute Weine in der hinteren Ecke meines Kleiderschrankes gelagert: dunkel und stabile Temperaturen, und bei Partys kommt niemand auf die Idee, am Ende der Nacht noch einen gereiften Bordeauxwein zu vernichten :-)

 

3. Kühle Temperaturen sind hilfreich: die Temperatur bei der Wein gelagert wird ist wichtig, aber weniger essentiell als Dunkelheit und die Stabilität der Temperaturen. Bei Weinen die in der Wohnung lagern, kann man die Temperatur nur über einen Weinkühlschrank steuern. Dies ist allerdings nur bei wirklich hochwertigen beziehungsweise teuren Weinen notwendig. Ein Weinkühlschrank ist nicht nur in der Anschaffung teuer, sondern verbraucht auch viel Energie. Wesentlich sinnvoller ist es, Weine im Keller zu lagern. Dort ist die Temperatur oft nah an den 10° C – 12° C, die ideal für die Weinlagerung sind. Wenn der Wein bei 14° C – 16° C lagert ist das auch nicht dramatisch, solange es dunkel im Keller ist und die Temperaturen stabil sind. Den Keller nur für die Weinlagerung zu kühlen und gegebenenfalls noch die Luftfeuchtigkeit einzustellen lohnt sich eigentlich nur, wenn man sein Geld mit dem Handel von Raritätenweinen und gereiften Weinen verdient. Für alle anderen Fälle finde ich das eine unnötige Geld- und Energieverschwendung.

 

4. Spezialisierte Weinlager garantieren die richtigen Lagerbedingungen: wenn man nur wenige Weine hat, die man über einen längeren Zeitraum einlagern möchte, kann man dies auch bei externen Dienstleistern machen, die darauf spezialisiert sind. Für eine feste Jahresmiete kann man Weine aus seinem Geburtsjahrgang oder besondere Bordeaux- und Burgunderjahrgangsweine dort bei perfekten Bedingungen einlagern und entnimmt sie erst zu einem besonderen Anlass.


0 Kommentare

DER PASSENDE WEIN ZUM WEIHNACHTSESSEN

Was Ihr bei der Wahl Eurer Weihnachtsweine beachten müsst

Eine Woche vor Weihnachten stellt man sich zu Recht die Frage, wie man den passenden Wein für die verschiedenen Weihnachtsmenüs aussucht. Ich möchte Euch in diesem Blog-Beitrag einige Tipps geben, welche Weine passen und worauf Ihr achten solltet.

 

Zuerst einmal würde ich Euch empfehlen, in dieser ganz besonderen Phase des Jahres nicht unbedingt am Wein zu sparen. Ihr feiert nur einmal im Jahr Weihnachten und da kann man ruhig etwas mehr ausgeben für einen hochwertigen Wein. Egal ob Ihr einen Wein als Mitbringsel sucht, oder ihn zu Hause mit Euren Liebsten genießen wollt, sollte es zu dieser Zeit des Jahres etwas Besonderes sein. Allerdings rate ich Euch davon, jetzt in den nächsten Supermarkt zu gehen und dort den teuersten Wein zu kaufen. In der Regel ist der teuerste Wein weder der Beste Wein, noch einer der Euch schmeckt. Mein Tipp: geht zu eurem Weinhändler des Vertrauens, schreibt Eurem Winzer eine Mail oder schaut Euch auf im Internet um - gerne natürlich auch auf meinem Weinshop.

Was versteht man unter hochwertigen Weinen? Zusammengefasst sind das Weine bei denen Aroma und Geschmack intensiv, komplex und harmonisch sind und die einen langen, angenehmen Abgang haben. Auf welche Weine das zutrifft, könnt Ihr leider erst beim Probieren der Weine herausfinden, daher mein Tipp mit dem Fachhändler, der Euch in der Regel gerne Weine probieren lässt. Alleine auf das Etikett zu achten bringt wenig, es ist lediglich ein Zeichen dafür, wie viel Geld der Winzer in das Marketing für seinen Wein investiert hat.

 

Was Ihr Euren Winzer, Fachhändler oder Online-Weinhändler fragen solltet ist, wie hoch der Ertrag bei der Ernte ist. Der Ertrag ist ein relativ deutliches Qualitätsmerkmal für Weine: je geringer der Ertrag, desto höher die Qualität. Bei Weinen unter 50 Hektolitern pro Hektar habt ihr schon einen sehr guten Wein, bei unter 35 Hektolitern pro Hektar habt ihr einen außergewöhnlichen Wein. Diese Grenze gilt zum Beispiel für die Großen Gewächse des VDP (Verband Deutscher Prädikatsweingüter).

 

Ich achte persönlich auch darauf, dass die Weine möglichst per Hand gelesen werden, besser noch in mehreren selektiven Lesegängen. Gute Leseteams können wesentlich besser darauf achten, dass nur reife Trauben geerntet werden, als das Maschinen können. Bei einer selektiven Ernte werden nicht alle Trauben gleichzeitig gelesen - über einen Zeitraum von einigen Tagen bis zu zwei Wochen gehen die Erntehelfer mehrfach durch den Weinberg und lesen nur die Trauben, die auf den Punkt reif sind. Das macht den Wein teurer, aber gibt ihm wesentlich aromatischere, weichere und komplexere Aromen.

 

Ein hochwertiger Wein darf auch gerne länger gereift sein – das gilt übrigens auch für Weißweine. Meiner Meinung nach werden 90% der guten deutschen Weine viel zu früh getrunken. Ein Wein braucht Zeit damit er sich richtig entfalten kann und sich die verschiedenen Komponenten des Weines zu einem harmonischen Gesamtkunstwerk vereinen. Darüber hinaus gibt es gerade bei Weinen aus Bordeaux, dem Burgund und den besten italienischen Weinregionen trotz Klimawandel Jahrgänge, die deutlich besser sind als andere. Dafür wie alt der Wein sein soll, gibt es keine Faustregel. Der Winzer oder Händler weiß in der Regel, wie gut sich der Wein schon entwickelt hat. Leider lagern nur wenige deutsche Winzer ihre Weine so lange, dass sie bei Verkauf schon auf Ihrem Reife-Höhepunkt sind.

 

Wenn ich von hochwertigen Weinen spreche, spreche ich nicht automatisch von italienischen und französischen Weinen. Bei den Weißweinen gehören die deutschen Weine schon lange zur Weltspitze. Aber auch deutsche Rotweine brauchen mittlerweile den Vergleich mit den besten der Welt nicht mehr scheuen. Das gilt insbesondere für Spätburgunder, aber zunehmend auch für Merlot Weine. Darüber hinaus gibt es herausragende Lemberger und Trollinger, die sehr gut zu Weihnachtsmenüs passen.

 

Welche Rebsorten und Regionen ihr für Euer Weihnachtsessen auswählt, hängt vor allem von Eurem Geschmack ab, in zweite Linie von dem welche Speisen Ihr Weihnachten esst. Hier einige Tipps für die typischsten Weihnachtsgerichte:

Der passende Wein zu Kartoffelsalat mit Würstchen

Kartoffelsalat mit Würstchen ist ein sehr leckeres und praktisches Gericht für Heiligabend – immerhin ist es der absolute Spitzenreiter der Gerichte für den 24. Dezember in Deutschland. Dazu muss man nicht unbedingt ein 100€ Premium-Wein servieren, aber ich würde auch keinen billigen Supermarktwein empfehlen. Greift auf jeden Fall zu einem trockenen Weißwein für dieses Gericht. Am besten geeignet ist ein Grauburgunder oder Chardonnay aus dem Edelstahlfass, gerne aus Baden, der Pfalz oder Rheinhessen. Zum Kartoffelsalat mit Majonäse könnt ihr auch einen Riesling von der Mosel oder einen Silvaner aus Franken servieren – die Säure des Weines ist ein schöner Kontrast zum Fett in der Majonäse. Zum Kartoffelsalat mit Essig würde ich einen Wein mit weniger Säure auswählen, ein Grauburgunder oder Weißburgunder wäre die richtige Wahl. Dieser kann auch gerne gereift sein, aber möglichst ohne oder nur mit leichtem Einfluss des Barrique-Fasses. Wer dazu lieber einen Rotweinen trinken möchte, sollte einen leichten Spätburgunder, einen Frühburgunder oder einen St. Laurent auswählen.

Der passende Wein zur Weihnachtsente oder zur Weihnachtsgans mit Klößen und Rotkohl

Der Wein zur Ente oder Gans muss mit dem kräftigen Geschmack des Gerichts mithalten können. Wichtig ist dabei, dass der Wein nicht nur zum Fleisch, sondern vor allem zur Soße passt. Mein Lieblingswein zu Weihnachtsgans oder Weihnachtsente ist ein guter, längere Zeit im Holzfass gereifter Spätburgunder eines VDP Winzers – gerne auch ein großes Gewächs – von der Ahr, aus der Pfalz oder aus Baden. Genauso gut passt auch ein Burgunderwein, zur Ente auch ein Wein aus der südlichen Rhône. Wenn die Soße sehr kräftig und intensiv ist – zum Beispiel mit Maronen oder Pilzen – kann man auch einen italienischen Spitzenweine wählen: sowohl Barolo, als auch ein schöner Brunello oder Vino Nobile di Montepulciano passen in diesem Fall. Wenn die Soße oder die Füllung eine fruchtige Komponente wie Bratäpfel, Orangen oder Beeren haben, würde ich eher einen kräftigen Weißwein empfehlen. Eine gereifte trockene Riesling Spätlese von der Mosel oder aus dem Rheingau passen dann genauso gut wie ein kräftiger Grauburgunder aus der Pfalz. Wenn die Fruchtkomponente eine tragende Rolle im Essen spielt, kann man sich ruhig trauen, einen feinherben Riesling oder Grauburgunder zu servieren.

Der passende Wein zu Raclette oder Käse-Fondue

Beim Raclette oder Käse-Fondue braucht Ihr einen Wein, der kräftig genug ist mit dem Käse mitzuhalten, der durchaus eine ordentliche Säure haben kann um das Fett im Käse zu balancieren und der nicht zu viel Tannine hat. Der Klassiker ist natürlich ein schweizerischer Wein, insbesondere ein Fendant beziehungsweise Chasselas. Ich trinke dazu auch gerne einen längere Zeit gereiften Spätburgunder, der nicht zu intensive Eichenaromen hat. Ihr könnt entweder einen Spätburgunder aus dem Burgund wählen, einen aus deutschen Weinregionen (Ahr, Assmannshausen im Rheingau, der Pfalz oder Baden) oder einen aus guten kalifornischen Weinregionen (Napa Valley, Mendocino, Sonoma). Alternativ kann man auch einen guten Chardonnay aus dem Burgund trinken. Für jene die keine Fassaromen mögen, ist ein hochwertiger Grauburgunder oder ein länger gereifter Riesling von Alten Reben eine gute Alternative.

Der passende Wein zum Fleisch-Fondue

Die Wahl des passenden Weins zum Fondue fällt nicht leicht. Insbesondere weil der Reiz eines Fondues ja die Vielfalt der verschiedenen Fleischsorten und die unterschiedlichen selbstgemachten Soßen sind. Daher würde ich zum Fondue einen Allrounder empfehlen. Ein hochwertiger Merlot aus der Pfalz, eine gute Cuvée von Merlot, Cabernet Sauvignon und Spätburgunder aus Rheinhessen oder ein Premium-Lemberger aus Württemberg wären hier eine gute Wahl. Auf Grund der Süße in den meisten Soßen würde ich einen Wein mit einer leichten Fruchtigkeit empfehlen und mit nicht zu viel erdigen Noten. Ich würde beim Fondue eher zum Shiraz aus Australien oder Merlot aus Nappa-Valley greifen, als zu einem Bordeaux oder Barolo. Auch ein österreichischer Blaufränkich kann gut passen, er muss aber lange genug gereift sein, damit er schön weiche Tannine hat. Für die Weißweinfans kann man auch gerne einen kräftigen, gereiften Grauburgunder oder Chardonnay servieren, gerne von Alten Reben, aber möglichst mit nicht zu starkem Einfluss vom Barrique-Faß.

Gerade für ein schönes Weihnachtsessen empfehle ich Euch, zu jedem Gang einen neuen Wein aufzumachen. Es gibt keinen Wein, der sowohl zum Salat, der Suppe, dem Braten und dem Dessert passt. Außerdem isst man an den Feiertagen ja in der Regel im größerem Kreis, sodass man ohne Probleme bei jedem Gang eine oder einige neue Flaschen öffnen kann. Sehr interessant ist es, zu jedem Gang zwei verschiedene Weine aufzumachen. So kommen sowohl die Weißwein-, als auch die Rotweinfans zu ihrem Genuss. Vergesst auf keinen Fall für das Dessert oder die späten Stunden nach dem Essen einen guten Dessertwein einzukaufen.

 

Viele Teilnehmer meiner Weinseminare trinken bei mir zum ersten Mal in ihrem einen richtigen Dessertwein- und sind begeistert. Bei „Dessertwein“ denken viele Menschen an einen pappsüßen Wein, ohne jegliche Struktur und Raffinesse. Natürlich muss ein Dessertwein süß sein – die Faustregel ist, dass der Dessertwein süßer sein muss als das Dessert. Aber eine gute Auslese, Beerenauslese, Trockenbeerenauslese oder ein guter Eiswein haben eine unglaubliche Komplexität, Ausdruckskraft und Intensität. Sie leben von der perfekten Harmonie von Süße, Säure, Körper und vielfältigen Aromen von tropischen und getrockneten Früchten, oft mit einem deutlichen Eindruck von Honig. Leider sind gute Dessertweine nie günstig, aber Sie sind auf jeden Fall ihr Geld wert – und auf Grund Ihrer Süße und Intensität muss man nicht viel von ihnen trinken.

 

Ich hoffe ich habe Euch ein bisschen bei der Wahl des richtigen Weihnachtsweines geholfen. Ich würde mich freuen, über Eure Kommentare und Weihnachtsweinerfahrungen zu lesen. Gerne könnt ihr in meinem Webshop nach den passenden Weinen suchen. Vielleicht sehe ich ja auch den ein oder anderen bei einem meiner Weinseminare. Für diejenigen die noch ein Weihnachts-Geschenk suchen – bis kurz vor Weihnachten kann ich Euch noch Gutscheine für Weinseminare zuschicken.


0 Kommentare

Das Weinjahr 2016 - Kleinere Menge aber gute Qualität

Calmont an der Mosel - steilster Weinberg der Welt

Pünktlich zur Eröffnung der Weihnachtsmärkte, ist es Zeit eine erste Bilanz zum Weinjahr 2016 zu ziehen. Insbesondere nach dem verregneten und kühlen Frühling und Sommeranfang hatte ich Angst, dass die 2016er Weine eine Enttäuschung werden. Vor allem der „falsche Mehltau“ hat vielen Winzern zu schaffen gemacht, bis hin zum Komplettausfall. Dank des stabilen Augustes und Septembers – und der harten Arbeit der Winzer – konnte in den meisten Weinregionen doch eine gute Ernte erzielt werden.

Sptäburgunder Trauben in Baden - Weinernte 2016

Zwar berichten die meisten Winzer von relativ geringen Erträgen. Wahrscheinlich liegt die Weinproduktion am Ende 5% unter dem Jahresmittel. Allerdings gibt es große regionale Unterschiede. Während an der Nahe 24% und an der Mosel 15% weniger als im Durchschnitt geerntet wurden, sind es in Franken 10% mehr. Die konkreten Zahlen zur Weinernte 2016 in Deutschland finden sie hier.

Spitzen-Winzer Alexander Laible bei der Ernte

Die geringere Ernte kommt in den meisten Fällen aber der Qualität zu Gute: in der Regel ist die Qualität der Weine höher, wenn nur wenige und kleinere Trauben wachsen. Wegen der großen Herausforderungen im Weinberg wird sich 2016 aber auch wieder die Spreu vom Weizen der Winzer trennen. Jene Winzer die das gesamte Jahr hart im Weinberg gearbeitet haben, unnötige Blätter und faule Trauben entfernt und den richtigen Zeitpunkt für die Ernte abgepasst haben, werden auch dieses Jahr ganz besondere Weine gezaubert haben. Daher freue ich mich schon auf die 2016er Weine. Ich gebe Euch aber denselben Tipp wie allen Teilnehmer meiner Weinseminare: kauft und trinkt die guten deutschen Weine nicht zu früh – sowohl Weiß- als auch Rotweine brauchen Zeit zum Reifen.

Weinberge in Châteauneuf du Pape

Interessant ist auch der Blick auf die weltweite Produktion. 2016 wurden insgesamt 259 Millionen Hektoliter Wein produziert – das sind 5% weniger als 2015. In Italien und Spanien ist die Weinproduktion leicht gestiegen. In Frankreich wurde aber deutlich weniger Wein produziert. Weitere interessante Zahlen zur Entwicklung des weltweiten Weinbaus finden Sie auf der Webseite der Internationalen Organisation für Rebe und Wein.

Eine überraschende Nachricht kommt aber aus Asien: China ist mittlerweile der größte Produzent von Weintrauben und das Land mit der zweitgrößten Weinbaufläche. Zwar gibt es bisher wenige hochwertige und bekannte Weine aus China, das wird sich aber sicherlich bald ändern. Auf dieses Thema werde ich in einem zukünftigen Blog noch detaillierter eingehen – nicht zuletzt, weil ich auf der Suche nach guten, bezahlbaren chinesischen Weinen für mein Sortiment exotischer Weine bin.

0 Kommentare

Willkommen beim Wein Blog von Jan Kreutz

Jan Kreutz, Geschäftsführer von World of Boutique Wines

Liebe Leser,

ab heute werde ich hier regelmäßig Blogartikel veröffentlichen. Damit möchte ich Euch einen besseren Einblick in die faszinierende Welt der Weine geben. Jede Woche weihe ich Teilnehmer meiner Weinseminare in die Kunst der Wein und Speisen Kombination ein, erkläre wie man herausragende Weine von durchschnittlichen unterscheidet und beantworte zahlreiche Fragen zu Wein. Das Ziel dieses Blogs ist es, mein Weinwissen mit anderen Weinbegeisterten zu teilen und die häufigsten Weinfragen damit zu beantworten. Darüber hinaus werde ich regelmäßig andere Sommeliers und Weinexperten einladen, hier Blog-Beiträge zu veröffentliche. Einige Teile der Blogs werdet ihr später auch im Weinwiki auf dieser Seite finden.

Jan Kreutz vor einem Weinseminar in Düsseldorf

Vor allem bin ich aber an Eurer Meinung interessiert. Es gibt wahrscheinlich mehr Meinungen zu Wein als Weine auf dieser Welt. Daher bin ich gespannt auf Eure Kommentare, Ergänzungen und Fragen. Diese werde ich versuchen zeitnah zu beantworten. Da ich viel unterwegs bin, wird das aber nicht immer sofort passieren können.

Wenn Ihr Interesse an Neuigkeiten aus der Welt der Weine habt, könnt Ihr Euch auch gerne in meinen Newsletter eintragen. Darin werdet ihr auch über meine nächsten Weinseminare und besondere Weine in unserem Sortiment informiert.


0 Kommentare