Winzer aus der Pfalz

Die Pfalz ist Deutschlands zweitgrößte Weinregion. Einerseits werden hier viele günstige Massenweine für die Supermärkte und Discounter in Deutschland und dem Rest der Welt hergestellt. Andererseits findet man hier einige der weltweit bekanntesten und etablierten deutschen Winzer sowie eine wachsende Zahl von jungen, innovativen und bestens ausgebildeten Winzern, die absolute Spitzenweine herstellen.

Die Spitzenwinzer der Pfalz sind bekannt für ganz besondere Rieslinge, sehr hochwertige Burgunderweine und ausgezeichnete Rotweine. Typisch für die Pfalz sind üppige, kräftige und füllige Weine mit fruchtigen Aromen. Bei World of Boutique Wines können Sie Weine der Weingüter Gehrig, Wilker und vom Staatsweingut Johannitergut. Alle drei Weingüter gehören zu den besten Weingütern der Pfalz, sind aber noch relativ unbekannt.


Klima

Die Pfalz ist eine sehr trockene, sonnige und warme Region. Während der Vegetationsperiode der Weinreben fällt lediglich 390 mm Niederschlag, bei Durchschnittstemperaturen von 14,7 C. Die Haardt-Berge und der Pfälzer Wald im Westen schützen die Pfalz vor den Regenwolken aus dem Westen. Durch die flache Lage nach Osten profitiert die Pfalz vom milden Klima des Rheingrabens. Die besten Weinberge liegen an den Hügeln der Haardt, mit Ost- und Südostausrichtung, wo sie von der intensiven Sonneneinstrahlung profitieren. Hier findet man Steillagen mit bis zu 60% Steigung. Dank des fast mediterranen Klimas wachsen in der Pfalz sogar Feigen, Zitronen, Orangen und andere Südpflanzen.


Böden

Die Böden in der Pfalz unterscheiden sich stark je nach ihrer Lage. Auf den Hügeln der Haardt und des Pfälzer Waldes spielt als Ausgangsgestein Sandstein, roter Sandstein, Tonstein, Mergel und Basalt, im Norden auch Kalkstein eine wichtige Rolle. In dieser Region können sich die Böden alle paar hundert Meter stark unterscheiden. Auf den roten Sandsteinböden gedeihen einige Spitzenrieslinge, mit schlankem Körper, prägnanten Säure und Aromen von Zitrone, Grapefruit und Mineralität (Broschüre Weinbergsböden in Rheinland-Pfalz). Von den kalkhaltigen Böden wachsen üppigere, gehaltvolle und fruchtige Rieslinge mit leicht salzigen und rauchigen Noten.

In den flacheren Lagen etwas weiter weg von den Hügeln findet man vor allem fruchtbare Löss- und Schwemmlandböden - sie sind die Grundlage der meisten Pfälzer Weine. Sie sind weniger elegant und delikat als die Weine an den Hügeln, sondern eher kräftig, üppig, süffig, unkompliziert und fruchtig. Die Weine der Weingüter Gehrig, Wilker und vom Staatsweingut Johannitergut gehören zu den besten der Region, mit einer unglaublichen Komplexität und Harmonie.


Geschichte und Weinbautradition in der Pfalz

Bereits die Keltischen Fürsten die vor mehr als 2500 Jahren in der Pfalz herrschten waren Weinliebhaber. Sie bauten den Wein aber noch nicht selber an, sondern importierten ihn von der Rhône. Angebaut wurde Wein in der Pfalz zum ersten Mal von den Römern. Sie hatten früh die ganz besonderen Bedingungen an den Haardt-Hügeln für sich genutzt und dort Weinberge angelegt. Diese dienten insbesondere zur Versorgung der Soldaten und Beamten.

Nach Ende der römischen Vorherrschaft übernahmen vor allem Klöster und einige wenige weltliche Herren den Weinbau. Neben dem Klima konnten die Weinbauer in der Pfalz vor allem von den durch die Region führenden Handelsstraßen profitieren, über die der Wein exportiert wurde. Eine zentrale Rolle für den Weinhandel spielte auch der Rhein, der von allen pfälzer Weinbergen nur 15 - 20 km entfernt liegt.

Während des Mittelalters spielte der Wein eine wesentlich größere Rolle als heute: auf Grund seines niedrigen PH-Wertes wurde er vor allem dazu genutzt, das unsaubere Wasser der damaligen Zeit zu desinfizieren und wurde daher meist verdünnt getrunken. In der damaligen Zeit wurden bis zu 300l pro Jahr Wein getrunken. Darüber hinaus wurden viele Lehrer und Beamte in Naturalien ausbezahlt, unter anderem in Wein. Wirtschaftliche Veränderungen, ein verändertes Konsumverhalten, die Religionskriege im 19. Jahrhundert und die neuen Rebschädlinge die aus Amerika eingeschleppt wurden stellten die Weinbauer im 18. und 19. Jahrhundert immer wieder vor Herausforderungen.

Erst mit der Modernisierung des Weinbaus in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts ging es mit dem Weinbau der Pfalz langfristig wieder aufwärts. So wurde zum Beispiel 1869 bei der Eröffnung des Suez-Kanals Rieslinge von der Mittelhaardt gereicht. Nach dem 2. Weltkrieg spielte die Pfalz eine maßgebliche Rolle in der Herstellung günstiger Massenweine, insbesondere auch für den Export. Den teilweise schlechten Ruf der Pfälzer Weine konnte eine neue Generation von Winzern seit den 90er Jahren wieder reparieren. Heute genießt die Pfalz auch weltweit wieder einen sehr guten Ruf.

Heute ist die Pfalz das größte Riesling-Anbaugebiet der Welt - fast jede sechste Rieslingrebe der Welt steht hier. Die zweitwichtigste Rebsorte ist der Dornfelder, gefolgt von Müller-Thurgau und Portugieser - allesamt Rebsorten aus denen in erster Linie günstige Massenweine mit sehr hohen Erträgen hergestellt werden. In keiner deutschen Weinregion wird mehr Wein aus internationalen Rebsorten gekeltert, insbesondere aus Chardonnay, Sauvignon Blanc, Merlot und Cabernet Sauvignon Trauben. Einige dieser Weine sind heute schon sehr hochwertig und müssen keinen Vergleich mit den Weinen Frankreichs und der Neuen Welt scheuen.